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HSC 2000

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Für den HSC 2000 Coburg kam es wie von vielen erwartet

HSC I: Es kam wie von vielen erwartet Verletzungspech und eine dünne Personaldecke waren die Hauptgründe für den sofortigen Wiederabstieg.

Verletzungspech und eine dünne Personaldecke waren die Hauptgründe für den sofortigen Wiederabstieg.

Bei der Saisonbeurteilung gehen die Meinungen in Coburg durchaus auseinander. Nur ganz wenige sprechen von einer verkorksten Saison, die nicht einmal in Ansätzen erkennbar ist. Im Gegenteil – denn von Anfang an war der HSC 2000 Coburg der „Underdog“ in der Liga, von vielen zum sofortigen Abstieg abgestempelt und verschaffte sich im Laufe der Spielzeit unheimlich viel Achtung und Respekt bei den Gegnern. Am ersten Spieltag sorgten die Coburger sogar für ein „Beben“ in der Liga – Erfolg in Melsungen. Danach blieben allerdings die Siege lange aus und waren insgesamt zu selten. „Am Ende war es schon eine Qualitätsfrage“, brachte es HSC-Vorstandssprecher Stefan Apfel im Rückblick auf den Punkt. Gerade aufgrund der Verletzungsprobleme, die sich wie ein roter Faden durch die Serie zogen. Das Kollektiv, auf das Jan Gorr im Vorfeld der Saison so viel Wert gelegt hatte, konnte auch des-wegen nicht so funktionieren, wie er es gerne gehabt hätte. Nie in der Spielzeit hatte der Coburger Trainer seinen kompletten Kader zur Verfügung.

Aber Hoffnungen schürten immer wieder gute Leistungen – in Hannover war der Sieg zum Greifen nah, in Göppingen machbar. Zu oft stand Coburg nach guten Spielen, in denen die Mannschaft über weite Strecken mithalten konnte, ohne zählbaren Erfolg da. Der Knock Out kam meist in kürzester Zeit. Es fehlten nur Kleinigkeiten, die sich in der Summe nahezu Spiel für Spiel dann eben doch zu einer Niederlage auftürmten. Zu selten belohnten sich die Coburger für ihre couragierten Auftritte, heftige Pleiten blieben, sieht man von der Partie gegen Magdeburg ab, aus. Schon in Hannover sagte Apfel: „Wir haben uns für unsere Leistung nicht mit Punkten belohnt.“ Das sollte nicht nur er noch einige Male wiederholen und nach dem knapp verlorenen Wetzlar-Heimspiel Ende April sagte er schmunzelnd: „Nimm eins der Interviews der letzten Wochen, das passt.“

Am Ende ist das von vielen erwartete, unvermeidliche eingetreten. Der HSC 2000 muss die DKB-Handball-Bundesliga nach nur einem Jahr Zugehörigkeit wieder verlassen. Aber es wurde immer in Ruhe gearbeitet, Trainer Jan Gorr stand nie zur Diskussion. Gerade im Schlussspurt hat sich gezeigt, dass Gorr sein Team noch erreicht. Der Sieg gegen Gummersbach, ein Unentschieden nach Sechs-Tore-Rückstand gegen Hannover und der bemerkenswerte Auftritt Ende Mai in Kiel, als Coburg 100 Sekunden vor dem Abpfiff noch mit 26:25 führte. Dass der Abstieg ausgerechnet nach dieser Partie besiegelt war ist auch so eine HSC-Geschichte, die ihr im Saisonverlauf geändertes Motto „Kampf, Leidenschaft, Zusammenhalt, Stolz sein – ihr und wir gemeinsam bis zum Schluss“ bis zum letzten Spieltag gelebt haben. Über die Nachwuchsarbeit, die mit dem Jugendzertifikat mit Stern ausgezeichnet wurde, hat sich in der Personalpolitik ein Wandel vollzogen, auch um talentierte junge Spieler nach Coburg zu bekommen. Der HSC ist folglich auf dem richtigen Weg, auch wenn es erst einmal einen Schritt zurückgeht. Eigene, junge Qualität wächst heran und Jan Gorr wird die richtige Mischung für ein Comeback finden. Die Liga kennt Coburg und seinen Trainer jetzt. Und nicht nur Melsungens Coach Michael Roth sagte: „Ich würde gerne noch einmal in dieser wunderschönen Arena spielen.“ Auf ein Neues, HSC.

Florian Billek - Mann der Saison

MANN DER SAISON

Florian Billek – Es gäbe bei den Coburgern zwar noch zwei, drei andere, die dafür in Frage kommen, aber über die gesamte Saison sticht Florian Billek heraus. Immer emotional auf der rechten Außenbahn, pusht er Teamkollegen und Fans. Aufgrund der Verletzungsmisere war er sogar oft im rechten Rückraum gefordert, auch dort ein belebendes Element im HSC-Spiel. Billek hat sich unter die Top Ten der Feldtorschützen geworfen. Durch diese Leistungen machte er auch Nationalcoach Christian Prokop auf sich aufmerksam. Im April debütierte Billek in der Nationalmannschaft.

SPRUCH DER SAISON

Wir haben uns für unsere Leistung wieder einmal nicht mit Punkten belohnt.

ZAHL DER SAISON

25 – Auch wenn Coburg nach nur einem Jahr die Liga wieder verlassen muss, bleibt das Debüt in der DKB-Handball-Bundesliga unvergessen. 25 Tore gelangen dem HSC 2000 Coburg in der Rothenbach Halle in Kassel gegen MT Melsungen. Dies bedeutete einen 25:20-Sensationssieg gegen den späteren Europapokalviertelfinalisten. Nach dem 20:20-Zwischenstand sieben Minuten vor dem Ende sprach alles für die erstligaerfahrenen Melsunger. Doch ihnen gelang trotz zeitweiliger Überzahl kein Tor mehr, während die Coburger noch fünf Mal trafen.

Bericht von Ralph Bilek
Bilder von Henning Rosenbusch (www.henning-rosenbusch.de)

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