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HSC 2000

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Den Europapokalviertelfinalisten ärgern

HSC I: Knackiges Auftaktprogramm in der 2. Handball-Bundesliga Der Einsatz von Florian Billek entscheidet sich erst kurzfristig vor dem Spiel

Der HSC 2000 Coburg muss im Heimspiel gegen die MT Melsungen den Hinspielerfolg wiederholen um die Nichtabstiegshoffnungen zu bewahren.

Neun Spieltage vor dem Saisonende liegt der HSC 2000 Coburg mit inzwischen vier Punkten Abstand auf den Vordermann doch schon abgeschlagen auf dem letzten Tabellenplatz und viele zählen die Coburger bereits als sicheren Absteiger. Da richten die HSC-Fans vor der kommenden Aufgabe am heutigen Abend um 19 Uhr gegen die MT Melsungen den Blick gerne zurück auf das Hinspiel. Denn der 25:20-Sieg der Coburger im Premierenspiel in der ersten Liga war der Paukenschlag des ersten Spieltages. Vor allem toller Abwehrarbeit und einem überragenden TW Jan Kulhanek war das zu verdanken. „Das müssen wir auch diesmal schaffen, für einen Sieg muss Ähnliches passieren“, weiß Gorr um das damalige Erfolgsgeheimnis. Welche Auswirkungen die Torhüter auf den Spielausgang nehmen, haben nicht zuletzt die Spielausgänge am vergangenen Wochenende im Final-Four um den DHB-Pokal gezeigt.

Seine Mannschaft soll erneut ihre Qualitäten einbringen. Denn es ist klar, dass mit jeder weiteren Niederlage der Ligaverblieb in immer unerreichbarere Ferne rückt. Aber die Coburger wollen es gegen Melsungen erneut zeigen, dass sie in der Liga mithalten können und: „Vier Punkte gegen den Europapokalviertelfinalisten – das wäre ein Top-Ding“, gibt sich Gorr kämpferisch. Kampf wird gegen die robuste Mannschaft von Trainer Michael Roth auch nötig sein. Es gilt, die Kreise von Kapitän Michael Müller, bei HaSpo Bayreuth handballerisch groß geworden, einzuengen, Timm Schneider nicht ins Laufen kommen zu lassen. „Timm kenne ich aus meiner Zeit bei Hüttenberg, das ist ein echter Allrounder mit einem starken Schlagwurf.“ Gorr vergleicht die MT (Melsunger Turngemeinde) von der Formkurve her mit Göppingen. Beide Mannschaften sind schwach gestartet, haben sich inzwischen gefangen und rangieren im sicheren Mittelfeld, was deren eigenen Ansprüchen aber nicht ganz gerecht wird. „Melsungen wird das Hinspiel, in dem sie keine gute Partie gezeigt haben, jetzt revidieren wollen.“ Für Melsungen ist Coburg aber nur eine Durchgangsstation, am kommenden Mittwoch kommen die Füchse Berlin, ehe es zum EHF-Viertelpokalfinalhinspiel an die Côte d’Azur zum französchen Top-Team Saint-Raphaël Var HB geht.

Denkbar ist auch wieder der Einsatz von Tom Wetzel

Aber der HSC wird mit allem was er hat dagegenhalten, womöglich erstmals mit Tom Wetzel. Der halblinke Rückraumspieler der Coburger hatte sich im Hinspiel schon nach wenigen Minuten verletzt und ist seitdem nicht mehr zum Einsatz gekommen. „Nach seiner Verletzung ist jetzt tatsächlich zum ersten Mal die Option denkbar, ihn in der ersten Mannschaft einzusetzen. Es kommt darauf an, wie der Fuß die erhöhte Belastung mitmacht“, so Gorr. Der muss womöglich weiter auf Florian Billek aufgrund dessen Bauchmuskelverletzung verzichten, was sich aber erst kurzfristig entscheidet. Nico Büdel und Till Riehn „kränkelten unter der Woche etwas“, aber Gorr ist sich sicher, dass sich dies bis heute Abend gelegt hat. Bei Melsungen wird Johannes Sellin nach seiner rund vierwöchigen Verletzungspause nach Aussage von MT-Trainer Michael Roth wieder mit dabei sein.

DIE AKTEURE

HSC 2000 Coburg: Jan Kulhanek, Oliver Krechel; Philipp Barsties, Markus Hagelin, Lukas Wucherpfennig, Dominic Kelm, Sebastian Weber, Steffen Coßbau, Florian Billek (?), Till Riehn, Nico Büdel, Adnan Harmandic, Girts Lilienfelds, Tom Wetzel (?), Romas Kirveliavicius – Trainer: Jan Gorr – es fehlt: Stefan Lex

MT Melsungen: Svetislav Verkic, Rene Villadesen; Johannes Sellin, Johannes Golla, Patrik Fahlgren, Felix Danner, Philipp Müller, Jeffry Boomhouwer, Momir Rnic, Timm Schneider, Michael Allendorf Nenad Vuckovic, Dener Jaanimaa, Michael Müller, Arnoldus Haenen – Trainer: Michael Roth

SR: Julian Köppl / Denis Regner

Spielaufsicht: Lars Schaller

DIE LAGE IN DER LIGA

Nach der bitteren DHB-Pokal-Finalniederlage muss sich Spitzenreiter SG Flensburg-Handewitt schnell auf die Liga konzentrieren um seinen knappen Vorsprung gegen die Rhein-Neckar Löwen (am Mittwoch nach Anlaufschwierigkeiten 34:20-Sieg gegen den VfL Gummersbach, heute zu Gast bei Frisch Auf Göppingen) zu behaupten. Beim Tabellenvierten Füchse Berlin noch einmal eine knifflige Aufgabe.

Auf den hinteren Tabellenplätzen kann der HC Erlangen beim Bergischen HC und der THW Kiel beim TBV Lemgo ein bisschen Schützenhilfe leisten, dass sich die Kluft vor dem HSC nicht noch vergrößert. HBW Balingen-Weilstetten muss beim TSV GWD Minden ran, die sich mit einem Sieg fast schon aller Abstiegssorgen entledigen könnten, der TVB 1898 Stuttgart will gegen die HSG Wetzlar an die Kiel-Leistung anknüpfen, wo man nur knapp an einem Punktgewinn vorbeischrammte, braucht die Zähler ebenfalls dringend im Abstiegskampf.

Coburgs Trainer Jan Gorr blickt der Partie zuversichtlich entgegen

SO SIEHT ES DER GEGNER

Melsungens Trainer Michael Roth, gibt im lockeren Gespräch mit dem TAGEBLATT zu erkennen, dass die Hinspielniederlage sein Team beschäftigt hat: „Wir haben oft darüber geredet, das lag uns schon lange schwer im Magen. Allerdings halte ich nichts davon jetzt von Revanche zu sprechen. Das ist einfach ein neues Spiel. In letzter Zeit haben wir eher nach vorne geblickt, uns auf die wichtigen Aufgaben in Stuttgart und Gummersbach, sowie zu Hause gegen Hannover konzentriert, die wir alle gewonnen haben.“ Roth gibt aber unumwunden zu, dass „Rang neun nicht das ist, was wir uns vor der Saison vorgestellt haben. Da ist natürlich der schlechte Saisonstart, zu dem auch der HSC beigetragen hat, mit ursächlich.“

Im Gegenzug dazu steht natürlich der Einzug unter die letzten sieben Teams im EHF-Pokal. „Wir sind als Gruppensieger ins Viertelfinale gekommen, wollen jetzt ganz klar zum Final-Four nach Göppingen. Auch wenn die internationalen Plätze in der Liga außer Reichweite sind, nehmen wir die Speile sehr ernst. Die Partien in der Liga sind zudem eine sehr gute Vorbereitung auf den Europapokal.“ Roth sieht auch noch Optionen für den HSC: „Das Team ist trotz des Tabellenplatzes sehr intakt, hat sich der schwierigen Situation gestellt. Auch wenn es schwer wird, noch ist die Chance da und so werden sie auch gegen uns auftreten, wir sind nicht nur wegen des Hinspiels gewarnt.“

SPRUCH DER WOCHE
„Vier Punkte gegen den Europapokalviertelfinalisten – das wäre ein Top-Ding.“ (Coburgs Trainer Jan Gorr zur bevorstehenden Aufgabe)

DIE NICHT-ABSTIEGS-THESE
Heimsiege gegen Melsungen, Wetzlar, Gummersbach, Hannover und dann der Show-Down in Stuttgart und gegen Minden

Der Geschäftsführer Personal und Finanzen beim HSC 2000 Coburg, Florian Dotterweich, nimmt zu dieser These wie folgt Stellung: „Da wurde der Auswärtssieg beim THW Kiel vergessen, Spaß beiseite – die These klingt auf den ersten Blick natürlich verlockend und wäre sicherlich der absolute Wunsch jedes Spielers, Trainers, der Verantwortlichen und der Fans. Wir dürfen aber nicht vergessen, dass es sich bei keiner dieser Mannschaften um Laufkundschaft handelt. All diese Teams sind hochkarätig besetzt und spielen teilweise um den Europapokal mit. Wir wissen aber auch um unsere Stärken. Gerade vor heimischer Kulisse hat die Mannschaft schon mehrfach gezeigt, was sie im Stande ist zu leisten. Wir werden auf jeden Fall versuchen bis zum Schluss das maximale herauszuholen. Wenn es am Ende für den Klassenerhalt reicht, wäre das überragend – aber auch wenn nicht, verabschieden wir uns mit Würde und Stolz, werden dann mit großem Fleiß an einer Rückkehr arbeiten.“

JAN GORR ZUM GEGNER – „GESTERN“
Das äußerte Jan Gorr zum Gegner vor Saisonbeginn:

Melsungen hat sich über die Jahre jetzt peu à peu nach oben gearbeitet, hat aus meiner Sicht die physisch stärkste Mannschaft in dieser Liga. Also alles Spieler mit Gardemaß und vielen, vielen Kilos. Es ist unser Auftaktgegner und wird uns gerade im Bereich Physis alles abverlangen, uns gleich mal zeigen, was für ein rauer Wind uns in der neuen Saison um die Nase weht. Ich traue Melsungen durchaus zu, wieder einen Europapokal-Platz zu schaffen. Das Zeug dazu haben sie allemal.

NOTIZEN AM RANDE

Zeitstrafen: MT Melsungen liegt in dieser Kategorie auf Platz Zwei der DKB Handball-Bundesligaclubs. Fünf rote Karten (nur Minden hat mehr) und 202 Strafminuten stehen für das Team von Michael Roth zu Buche. Getoppt wird der Coburger Gegner nur noch von Balingen, die 214 Strafminuten erhalten haben.

Torjäger: Der Melsunger Johannes Sellin führte lange Zeit die Torjägerliste an, liegt jetzt nur noch auf Platz Sechs. Der Grund ist einfach – der Rechtsaußen zog sich Anfang März einen Muskelbündelriss in der rechten Wade zu und muss seitdem pausieren. Ein Einsatz gegen den HSC ist nun wieder möglich. Im Hinspiel hatte Sellin im Coburger Keeper Jan Kulhanek seinen Meister gefunden, war nur einmal erfolgreich.

Zuschauer: Der Coburger Bundestagsabgeordnete Hans Michelbach ist nicht nur bei den Heimspielen des HSC häufiger Gast. In der „Handballwoche“ war er vor drei Wochen an der Seite des DHB-Präsidenten Andreas Michelmann und des Bundesinnenministers Thomas de Maiziere zu sehen. Sie verfolgten gemeinsam das Spiel der Füchse Berlin gegen die HSG Wetzlar.

Bericht von Ralph Bilek
Bilder von Henning Rosenbusch (www.henning-rosenbusch.de)

© HSC 2000 Coburg e.V. 2017