Der HSC Coburg kommt beim HC Oppenweiler/Backnang nur zu einem Unentschieden. Der Aufsteiger lässt sich nicht abschütteln – und schlägt mit der letzten Aktion zu.

HC Oppenweiler/Backnang – HSC 2000 Coburg 23:23 (11:11)

Das erste Auswärtsspiel einer neuen Saison und das bei einem Aufsteiger, der auf seine Heimpremiere in der 2. Bundesliga brennt: Auch für den HSC hätte es angenehmere Aufgaben zum Saisonstart geben können. Und doch hatten die Coburger bereits in den ersten zehn Minuten einige Gelegenheiten, den Hausherren ein Stückweit den Stecker zu ziehen. Nur: HCOB-Torwart Janis Boieck hatte mit vier Paraden in Folge – und das teils in doppelter Unterzahl – etwas dagegen. Erst scheiterte Jesper Schmidt vom Siebenmeterstrich und von Linksaußen, dann Pavels Valkovskis zweimal nach einem Durchbruch. Es waren Szenen wie diese, die der HSC vermeiden wollte. So kam es, wie es kommen musste. Ein Aufsteiger, der Lunte gerochen hatte, und aus einem 1:2 eine 5:2-Führung (15.) machte.

Mahmutefendic wird laut in Auszeit

Zuvor schimpfte Mahmutefendic in einer Auszeit: „Wir brauchen mehr Tempo im Angriff, wir sind zu langsam. Ich brauche mehr Energie vorne.“ Tatsächlich machte die Defensive den besseren Eindruck im Coburger Spiel, während in der Offensive noch gehörig der Motor stotterte. Nur zwei Treffer in 15 Minuten sprachen Bände. Immerhin: Jannes Krone beendete mit einem humorlos verwandelten Siebenmeter die Torflaute (3:5, 16.). Von nun an lief es im HSC-Angriff besser – und das lag an Mahmutefendics Wechseln. Der Niederländer tauschte den kompletten Rückraum aus und brachte Mikael Helmersson, Marin Lisac und Nejc Planinsek für Pavels Valkovskis, Arkadiusz Ossowski und Jakob Knauer. Nach 22 Minuten hatten die Gäste, als Helmersson per Gegenstoß einen HCOB-Fehler bestrafte, den Spielstand wieder ausgeglichen (6:6).

Neben Helmersson und Lisac präsentierte sich auch Neuzugang Planinsek im rechten Rückraum, der in den Minuten vor der Pause mit Torgefahr und Übersicht zu gefallen wusste, als belebendes Element. Mit seinem vierten Treffer brachte Helmersson den HSC erstmals seit dem 2:1 (4.) wieder in Führung (11:10, 30.). Doch Niklas Diebel traf wuchtig zum 11:11-Halbzeitstand. Zwar hatten sich die Vestestädter im Lauf des ersten Abschnittes gesteigert, Luft nach oben war aber noch reichlich. Immerhin: Die Abwehr um Torwart Petros Boukovinas, der wie Boieck auf sieben Paraden in den ersten 30 Minuten kam, und den neuen Mittelblock um Neuzugang Tin Kontrec agierte überwiegend stabil und schien gut auf das Spiel des HCOB eingestellt.

Auf die ersten Minuten des zweiten Durchgangs traf das nicht mehr zu, denn Timm Buck und Jan Forstbauer fackelten zweimal aus dem Rückraum nicht lange und stellten auf 13:11 (33.). Wie der Wind in der 2. Liga weht, bekam der HCOB kurz darauf zu spüren. Statt auf drei Treffer davonzuziehen, glich der HSC aus. Zwischen den Treffern von Helmersson und Planinsek lagen handgestoppte 13 Sekunden. Eine Viertelstunde vor Schluss, Coburg führte mit 18:17, schwor HSC-Trainer Mahmutefendic seine Mannschaft auf die Schlussphase ein: „Jetzt geht es um Disziplin, um den Kopf und darum, seine Aufgaben zu erledigen.“

Aufsteiger gibt nicht auf

Und der HSC hielt sich zunächst an die Worte seines Trainers, denn nach Treffern von Helmersson und Bartlomiej Bis führten die Coburger rund zehn Minuten vor dem Spielende mit drei Treffern (20:17, 49.). Die Vorentscheidung? Nein, denn fünf Minuten vor Schluss war immer noch alles offen (20:21, 55.).  In den Schlussminuten verließ sich der HSC auf seine individuelle Qualität, als Ossowski und Pavels Valkovskis aus dem Rückraum trafen (23:21, 57.).

Vielleicht zu sehr? Denn: Geschlagen war der Aufsteiger immer noch nicht. Erst traf der starke Rechtsaußen Cedric Mayer gut anderthalb Minuten vor dem Ende zum 22:23, dann besorgte Fröhlich den 23:23-Endstand. Er blieb vom Strich cool, nachdem Schmidt den letzten Angriff des HCOB aus Sicht der Schiedsrichter regelwidrig unterbunden hatte.

Die Statistik zum Spiel

HC Oppenweiler/Backnang: Hörnig (1 Parade), Boieck (9 Paraden) –Gislason, Mayer (5), Buck (4), Fröhlich (7), Abt, Diebel (1), Schmiedt, Forstbauer (4), Klingler, Krügele (2), Rauh

HSC 2000 Coburg: Boukovinas (12 Paraden), Apfel (0 Paraden) – Dettenthaler, Bis (2), Planinsek (2), Ossowski (2), Kontrec, Lisac (1), Krone (3/1), Helmersson (6), Knauer, P. Valkovskis (3), L. Valkovskis, Röller (3), Blahodir, Schmidt (1)

Schiedsrichter: Funk (Waldstetten) / Jaros (Lauterstein)

Zeitstrafen: 4 – 5 (Gislason, Buck, Fröhlich, Forstbauer – Bis, Kontrec, Lisac, Krone, Schmidt

Siebenmeter: 5/5 – 1/4 (Fröhlich trifft alle Versuche – Schmidt verwirft einmal, Krone zweimal)

Spielfilm: 1:2 (4.), 3:2 (10.), 4:2 (13.), 5:2 (15.), 6:6 (22.), 8:6 (23.), 8:8 (27.), 11:11 (30.), 13:11 (33.), 14:16 (38.), 17:19 (47.), 17:20 (49.), 19:20 (53.), 21:23 (57.), 23:23 (60.)

Beste Spieler: Mayer, Boieck – Boukovinas, Helmersson

Den gesamten Bericht findet ihr bei unserem Medienparter dem Coburger Tageblatt.

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Bericht vom Coburger Tageblatt

Bild von Alexander Becher