Es ist ein wenig wie verhext in dieser Handball-Saison für den HSC 2000 Coburg. Auch im dritten Spiel schlichen sich wieder Fehler ein, was den nächsten verpassten Sieg zur Konsequenz hat. Diesmal lautete das Endergebnis gegen den Dessau-Roßlauer HV aus Sicht der Vestestädter 30:34. Dabei fing das zweite Heimspiel in 2025/26 gut an für den HSC.

Nach einem offenen Schlagabtausch in der Anfangsphase war es die Mannschaft von Cheftrainer Anel Mahmutefendic, die auf +5 davon zog und nach 23 Minuten mit 15:10 in Führung lag. Was ist dann passiert? „Wir hatten ein paar Problem in dieser 7-gegen-6-Situation“, spielt Mahmutefendic auf die Phase nach der Zeitstrafe gegen DRHV-Akteur Valentin Neagu an.

„Dazu kommen dann noch ein, zwei verworfene Bälle vorne, wo wir uns noch stärker hätten absetzen können.“ So ging es mit einem Stand von 17:16 für die Hausherren in die Kabinen. „Und in der zweiten Halbzeit machen wir gleich zu Beginn zwei, drei Fehler, und dann schleicht sich eine gewisse Unsicherheit in die Mannschaft ein“, lautet die erste Analyse des 47-Jährigen.

HSC Coburg bekommt Yannick Danneberg nicht unter Kontrolle

Mahmutefendic weiter: „Wir verlieren daraufhin ein bisschen den Faden und sind dann nicht mehr in der Lage, uns zurückzukämpfen, wieder in unseren Matchplan zu finden. Und dann hat man auch gesehen, dass genau das passiert ist, was die Dessauer hier wollten.“ Hinzu kam immer wieder Pech im Abschluss. Ein Siebenmeter von Linksaußen Jesper Schmidt sieben Minuten vor dem Ende – es stand 26:30 aus HSC-Sicht – klatschte gut hörbar ans Gehäuse.

Doch der Blick wandert vor allem in der Defensive, die der Trainer nach dem 23:23 beim HC Oppenweiler/Backnang noch lobte. Rückraumspieler Mikael Helmersson findet klare Worte: „Das ist einfach zu wenig von uns, vor allem in der Abwehr. Da ging es ein bisschen zu einfach für den Gegner. 34 Gegentore sind viel zu viel, damit ist es auch zuhause schwer, zu gewinnen.“

Anel Mahmutefendic: „Ich weiß, was diese Mannschaft kann“

„Es geht nicht nur um die Gegentore, sondern auch um die Absprachen, die wir haben“, deutet Mahmutefendic an, dass unter der Woche an den Prozessen in der Defensive gefeilt werden könnte. Zumal die Aufgaben nicht einfacher werden. Am kommenden Wochenende geht es zum Bundesliga-Absteiger SG BBM Bietigheim, danach kommt der HBW Balingen nach Coburg.

„Wir werden wie gewohnt erst dieses Spiel aufarbeiten, dann bereiten wir uns auf Bietigheim vor“, blickt der HSC-Coach voraus. Er spricht seinen Schützlingen Mut zu: „Ich weiß, was diese Mannschaft kann. Ich weiß, was für Charaktere wir in der Mannschaft haben, und dass diese Situation auch mit uns selbst zu tun hat. Deshalb sind wir auch die Einzigen, die uns da herausholen können, und das werden wir auch jeden Tag so gut wie möglich machen.“

Eines möchte Helmersson jedoch ausschließen: Am jugendlichen Alter der vor allem mit jungen Spielern verstärkten HSC-Mannschaft liegt der Einbruch nach der Führung mit fünf Toren nicht. „Ich glaube, wir müssen einfach konzentrierter sein, mehr Einsatz zeigen und härter sein“, meint der italienische Nationalspieler. Es wird langsam Zeit, diese Forderung auch auf der Platte in die Tat umzusetzen, denn der HSC Coburg hat nach drei Spielen lediglich einen Punkt auf dem Konto.

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Bericht vom Coburger Tageblatt

Bild von Kevin Dengel