Einen Tag nach den Festtagen hat sich der HSC 2000 Coburg ein nachträgliches Weihnachtsgeschenk gemacht: Am Samstagabend entschied der Handball-Zweitligist das Derby beim TV Großwallstadt mit 33:30 (18:17) für sich und verabschiedete sich nach der 35:36-Niederlage gegen den TSV Bayer Dormagen mit einem Erfolgserlebnis in die EM-Pause. Fünf der vergangenen sechs Spiele gestaltete die Mannschaft von Trainer Anel Mahmutefendic erfolgreich, der TVG blieb auch im neunten Spiel in Folge ohne doppelten Punktgewinn.

2. Bundesliga

TV Großwallstadt – HSC 2000 Coburg 30:33 (18:17)

Entspannt nahm Petros Boukovinas nach dem Spiel auf einem schwarzen Stuhl Platz und ordnete am Dyn-Mikrofon das Spiel ein. „Ich glaube“, sagte der griechische Torwart des HSC Coburg, „dass wir verdient gewonnen haben. Wir haben fast immer geführt und sind cool geblieben, als wir die Konzentration verloren haben.“ Coburgs Schlussmann meinte damit vor allem zwei Phasen des Spiels. Im ersten Durchgang führten die Vestestädter mit vier Treffern und gingen mit einem Rückstand in die Kabinen. In der zweiten Halbzeit waren es gar fünf Tore, ehe der HSC kurzzeitig um die zwei Punkte zittern musste.

Coburger Start geht in die Hose

In jüngerer Vergangenheit hatte Coburg öfter seine Probleme beim TV Großwallstadt – und auch dieses Mal hatte der HSC Startschwierigkeiten. Denn: Die Anfangsphase gehörte dem kriselnden TVG. Die Oberfranken stellten dem Großwallstadter Angriff eine offensive Abwehr entgegen – vor allem, um Finn Wullenweber in den Griff zu bekommen. Doch diese Taktik ging zunächst nicht auf. Immer wieder schafften es die Hausherren, einen Mann zu überspielen und sich gute Anschlusssituationen zu erarbeiten (6:4, 10.).

Die gute Nachricht für die vielen mitgereisten Coburger Fans: Der HSC steigerte sich. Boukovinas fand langsam ins Spiel, Jesper Schmidt prügelte einen Siebenmeter nach dem anderen in die Maschen und Mikael Helmersson traf dreimal binnen weniger Minuten aus dem Rückraum. Die logische Konsequenz: Der HSC übernahm die Führung und lag nach dem Treffer von Youngster Maximilian Schindler gar mit vier Treffern in Front (14:10, 21.).

Die schlechte Nachricht für die Coburger Fans: Der HSC brach ein. Der TVG brauchte nur fünf Minuten, um zurück ins Spiel zu kommen (15:15, 26.). „Wenn wir die Paraden nicht haben, brauchen wir mehr Kontakt“, hatte TVG-Trainer André Lohrbach zuvor mehr Körperlichkeit seiner Abwehr gefordert – und die lieferte. Weitere Gründe für Coburgs Einbruch: zu viele technische Fehler und teils zu frühe Abschlüsse. Vogelwild verlief die Schlussphase des ersten Durchgangs. Erst hatte Mario Stark die Hausherren in Führung gebracht, ehe Schmidt von Linksaußen wieder ausglich. Das letzte Wort aber hatte der agile Connar Battermann, der mit einem Buzzerbeater für die 18:17-Halbzeitführung des TVG sorgte – und für bedröppelte Gesichter bei den Vestestädtern.

HSC-Auszeit zeigt seine Wirkung

Doch wie im ersten Durchgang brauchten die Hausherren nur wenige Minuten, um wieder in Schlagdistanz zu sein (25:27, 46.). HSC-Trainer Mahmutefendic erkannte, dass das Spiel zu kippen drohte und nahm ebenfalls eine Auszeit. „Jungs, alles funktioniert gut. Keine Experimente, nur Disziplin“, forderte der Niederländer.

„Es ist immer schön, hier zu spielen. Ich habe viele Freunde hier und freue mich, die Jungs zu sehen“, sagte der Grieche, der mit dem HSC auf Platz 9 in die EM-Pause geht. „Wir könnten vier Punkte mehr haben, das tut uns weh. Aber wir arbeiten gut und haben uns zuletzt mit einer Serie belohnt“, sagte Boukovinas. Weiter geht’s für den HSC am Freitag, 6. Februar, mit dem Gastspiel beim VfL Eintracht Hagen.

Den gesamten Bericht findet ihr bei unserem Medienparter dem Coburger Tageblatt.

Alle Spiele der 2. Handball-Bundesliga live und auf Abruf bei Dyn.

Bericht vom Coburger Tageblatt

Bild von Felix Mueller