
Der VfL Lübeck-Schwartau bleibt kein gutes Pflaster für die Coburger Handballer. Der HSC leistet sich im ersten Durchgang die wohl schwächste Halbzeit der Saison und läuft dem Rückstand bis zum Schluss hinterher. Drei Minuten vor dem Ende bekam Florian Billek bei seiner Auswechslung im letzten Spiel seiner Karriere viel anerkennenden Applaus.
2. Bundesliga VfL Lübeck-Schwartau – HSC 2000 Coburg 30:21 (15:7)
Nach der ersten Halbzeit sah es so aus, dass die Coburger, die 2022 mit 25:37 und 2015 mit 20:32 in Lübeck bereits ihre deftigsten Zweitliga-Niederlagen überhaupt kassiert hatten, das noch „toppen“ würden. Lange musste der HSC gefühlt in jedem zweiten Angriff ins Zeitspiel, weil die VfL-Abwehr bestens auf die Aktionen eingestellt war.
Für die Gastgeber stand viel auf dem Spiel. Gehörten sie vor dem abschließenden Spieltag doch zum Quintett der gefährdeten Mannschaften. Neben der HSG Konstanz musste noch ein Absteiger gefunden werden. Letztlich stieg der ASV Hamm-Westfalen trotz eines 27:25-Erfolgs über TuSEM ab. Und das mit einer Bilanz von 29:39 Punkten.
„Wir haben heute ein Spiel verloren, weil wir nicht so präsent waren wie sonst auch in schwächeren Spielen, nicht das abgerufen haben, was wir können“, sagte Mahmutefendic.
Coburg musste wie schon zuletzt auf seinen Goalgetter Pavels Valkovskis (164 Tore, 59 Assists) verzichten. Lübeck war bereits nach 30 Sekunden in Unterzahl, aber die Coburger kamen nicht in Fahrt. Die aggressive Lübecker Abwehr hatte aufgrund des wenig druckvollen Angriffsspiels des Gegners keine Probleme, diese ins Zeitspiel und damit recht unvorbereitet in Abschlüsse zu treiben. Hinzu kamen Coburger Ballverluste und Fehlwürfe aus freien Positionen.
Nach gerade einmal zehn Minuten hatte Anel Mahmutefendic genug, Auszeit. „Wir können langsam aufwachen“, versuchte der HSC-Coach sein Team wachzurütteln, „wir müssen den Ball laufen lassen, in die freien Räume gehen.“
Doch seine Spieler agierten weiter unglücklich und lagen nach 13 Minuten völlig verdient mit 2:7 in Rückstand. Auch, weil sie in der Abwehr selbst keinen Zugriff bekamen und sich vorne Lübecks Torwart Paul Dreyer mehr und mehr in den Köpfen der HSC-Angreifer festsetzte.
Zwar schlichen sich jetzt auch bei den Gastgebern erste leichte Fehler ein, denn ansonsten hätte Coburg kurz vor der Pause längst zweistellig zurückgelegen. Die HSC-Abwehr bekam weiter keinen Zugriff, die Torhüter waren fast auf sich alleine gestellt. So ging auch das Torwartduell klar an die Gastgeber. Für Dreyer standen zur Pause zehn Paraden und eine Quote von 56 Prozent gehaltener Bälle zu Buche, auch ein Ausdruck der sehr guten Abwehrarbeit vor ihm. Fazit des ersten Durchgangs: Es war die schwächste Hälfte des HSC der gesamten Saison.
Es wurde nach dem Wechsel nicht besser – technischer Fehler Merlin Fuß, Ballverlust Marin Lisac. Lübeck führte erstmals zweistellig. Was Coburg auch probierte, lange Bälle nach vorne, Anspiel auf außen und an den Kreis: ein Lübecker war schon da. Oftmals war es auch Torwart Dreyer. In der Abwehr hatte Coburg umgestellt, spielte eine 5:1-Abwehr. Nur, weil auch die Lübecker jetzt nicht mehr so konsequent und konzentriert agierten, blieb der Abstand bei neun, zehn Toren.
Doch damit war VfL-Coach David Röhrig nicht zufrieden, rief sein Team zur Auszeit. Eigentlich nicht nötig, denn das Tor war wie vernagelt für den HSC. Bartek Bis scheiterte frei vom Kreis, Jakob Knauer aus dem Rückraum, Billek mit einem Strafwurf. Auf der anderen Seite klappte fast alles.
Letzter Auftritt von Florian Billek
Dreieinhalb Minuten vor dem Abpfiff verabschiedete sich Florian Billek mit feuchten Augen von seiner aktiven Handballzeit. Kurz darauf feierten die Fans der Lübecker die bevorstehende 17. Spielzeit in der zweiten Liga in Folge im kommenden Jahr.
Wundenlecken und die Vorfreude auf die Spielpause waren für die Coburger auf der Heimfahrt angesagt. Es wurde wieder einmal nichts mit einer Sieg-Premiere in Lübeck. Mahmutefendic: „Ich finde es schade, dass wir uns nicht für die tolle Saison belohnt haben, die wir gespielt haben.“ Zehnter Anlauf in Lübeck dann also in der Spielzeit 2025/2026 …
Die Statistik zum Spiel
HSC 2000 Coburg: Boukovinas (4 Paraden), Apfel (3 Paraden) – Menges (1), Dettenthaler (2), Bis (3), Fuß (3), Ossowski (2), Billek (1), Lisac (2), Krone, Helmersson (4), Knauer, L. Valkovskis, Röller (1), Schäffer, Schmidt (2/2)
VfL Lübeck-Schwartau: Dreyer (17 Paraden), Conrad – Holzhacker (7/2), Geenen (2/1), Houmöller, Hagedorn (2), Blaauw (3), Benitez (1), Schrader (4), Längst (1), Refsgaard (1), Heinemann (3), Nickelsen (2), Speckmann (3), Emdorf, Cohen (1). Trainer: Röhrig.
Schiedsrichter: Zollitsch / Struppek
Zeistrafen: 3 (Nickelsen, Schrader, Geenen) – 4 (Schmidt, L. Valkovskis, Billek, Bis)
Siebenmeter: 3/3 – 2/5 (Schmidt scheitert an Dreyer, Billek wirft übers Tor und scheitert an Dreyer)
Spielfilm: 0:1 (1.), 3:1 (6.), 6:2 (11.), 9:3 (15.), 9:4 (18.), 12:5 (21.), 13:5 (22.), 15:6 (27.), 15:7 – 16:7 (31.), 18:8 (33.), 20:12 (40.), 22:12 (45.), 23:14 (48.), 26:15 (53.), 27:15 (54.), 27:17 (54.), 28:19 (57.), 30:21
Zuschauer: 2176
Beste Spieler: Dreyer, Holzhacker – /
Den gesamten Bericht findet ihr bei unserem Medienparter dem Coburger Tageblatt.
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Bericht vom Coburger Tageblatt
Bild von Christian Schaffrath





