Der HSC Coburg hat den Saisonstart verpatzt, und jetzt warten gleich vier schwere Brocken auf die Vestestädter. Trainer Anel Mahmutefendic vermisst vor dem Spiel bei Bundesliga-Absteiger Bietigheim keinen Leader, sondern nimmt jeden einzelnen Spieler in die Pflicht.
2. Handball-Bundesliga, 4. Spieltag
SG BBM Bietigheim (4.) – HSC 2000 Coburg (16.)
Für die Mannschaft von Trainer Iker Romero lief der Saisonstart hervorragend. Das Team liegt mit 5:1 Punkten auf dem vierten Tabellenplatz, musste aber am vergangenen Wochenende beim TuS N-Lübbecke erstmals Federn lassen. Das Spiel in der Merkur-Arena endete 27:27 unentschieden. Die scheinbar klaren Vorzeichen bringen Mahmutefendic jedoch nicht von seinem Weg ab.
„Ich kann nur für uns sprechen und finde, solange ich hier bin, sind wir immer eine Mannschaft gewesen, die sich durch viele Emotionen und Charakter ausgezeichnet hat. Und ich erwarte, dass wir das am Sonntag auch wieder auf die Platte bringen. Ich will mich wie immer auf uns konzentrieren und das, was wir uns vornehmen, besser machen sollen und möchten“, sagt der 47-Jährige.
Dass Emotionen und Charakter schnell auch ins Negative umschlagen können, zeigte sich unter anderem beim Saisonauftakt gegen Hagen. Da schlichen sich technische Fehler und Fehlwürfe ein, sobald es auch beim Publikum auf den Rängen emotionaler zur Sache ging.
Fehlt dem HSC Coburg ein Leader auf dem Spielfeld?
Fehlt der jungen Coburger Mannschaft in solch einer delikaten Situation ein Leader, eine Führungsfigur, die die Richtung vorgibt? Der erfahrene Neuzugang Tin Kontrec würde sich für diese Rolle anbieten, ebenso der neue Co-Kapitän Bartlomiej Bis. Doch Mahmutefendic verneint diese Frage und appelliert stattdessen an die Eigenverantwortung seiner Schützlinge.
„Wir sind in eigentlich allen drei Spielen vor allem an unserer Chancenverwertung und an unserer Fehlerquote gescheitert. Und da sollte jeder Spieler für sich eine Analyse machen: Wie entstehen diese Fehler? Was habe ich in dem Moment, in dem ein Fehler passiert, im Kopf? Und wie kann ich das umdrehen, wie kann ich meine Qualität wieder zeigen?“, führt er aus.
„Und wenn wir das machen, dann haben wir nur Leader in der Mannschaft. Wir haben eine gute Mischung aus Erfahrung, Talent, Kreativität und Kraft. Es zeichnet uns nicht aus, dass wir einen Leader haben, sondern bestimmte Stimmungen und Charaktere in der Mannschaft. Da ist auch jeder wichtig. Und da kann jeder für sich sagen, dass wir nicht die 100 Prozent gebracht haben, die wir bringen können. Und dann passiert es eben in dieser Liga, dass man ohne Punkte bleibt.“
Ein weiteres punkteloses Spiel droht dem HSC am Sonntag. Auch wenn der Fokus der eigenen Leistung und Einstellung gilt: Die Bietigheimer hat Mahmutefendic selbstverständlich eingehend studiert. „Es ist eine gute Mannschaft mit Spielern, die in der letzten Saison Erstliga-Erfahrung gesammelt haben. Und sie haben sich mit dem erfahrenen Djibril M’Bengue auf rechts verstärkt“, meint er. „Insgesamt eine gute Mannschaft, aber das sind wir auch.“
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Bericht vom Coburger Tageblatt
Bild von Kevin Dengel





