Die Ansprüche in Nordhorn und Coburg sind andere als Platz neun und zehn, nun treffen beide am Freitagabend aufeinander. HSC-Trainer Anel Mahmutefendic weiß nach dem emotionalen Sieg gegen Hüttenberg, dass er auch mal an seinen Staff delegieren kann.

Doch so einfach ist die Sache nicht: Bei beiden Teams zeigte die Formkurve nach einem holprigen Saisonstart zuletzt nach oben. Sowohl die Vestestädter, als auch die Niedersachsen gewannen ihre letzten beiden Spiele und haben sich damit in der Tabelle ein Stück nach oben gearbeitet. Nordhorn etwa hat sich in der Vorwoche in Nettelstedt mit 28:25 durchgesetzt.

2. Handball-Bundesliga, 11. Spieltag

HSG Nordhorn-Lingen (9.) – HSC 2000 Coburg (10.)

HSC-Coach Anel Mahmutefendic sieht sich bestätigt: „Da sieht man wieder, wie schwer es in unserer Liga ist, eine Prognose abzugeben. Die Saison dauert noch lange und es kann für alle noch in viele Richtungen gehen. Aber genau deswegen macht es auch Spaß in unserer Liga.“ Der 47-Jährige teilt allerdings auch die Einschätzung seines Geschäftsführers aus dem Sommer.

„Nordhorn hat tatsächlich eine gute Mannschaft mit sehr viel individueller Qualität. Sie sind sehr variabel in ihren Spielzügen und agieren in dieser Saison eher mehr im Eins-gegen-eins und durchbruchorientiert“, erklärt der Trainer. Es kommt also einmal mehr auf eine überzeugende Defensive an, so wie in der ersten Hälfte gegen Hüttenberg oder in der zweiten Halbzeit gegen Nettelstedt.

Kommt es gegen die HSG Nordhorn-Lingen auf die Torhüter an?

Ebenso könnte aber auch der Mann zwischen den Pfosten den Ausschlag geben. Sowohl Petros Boukovinas als auch sein Gegenüber und Vorgänger im HSC-Kasten, Kristian van der Merwe, liegen in der aktuellen Spielzeit in den Top 4, was die Anzahl der gezeigten Paraden angeht. Am vergangenen Wochenende wehrte Boukovinas 13 Bälle ab, van der Merwe sogar 14.

„Es ist schwer einzuschätzen, aber wenn es eng wird, dann können eine oder zwei Paraden durchaus einen Unterschied machen“, weiß Mahmutefendic. „Aber wenn wir wieder eine gute Abwehr stellen, dann können wir Petros auch helfen. Fakt ist, dass beide sehr gute Torhüter sind.“ Einen weiteren guten Keeper hat der HSC in Person von Fabian Apfel in der Hinterhand.

Anel Mahmutefendic ist überzeugt von seiner Mannschaft

„Als Trainerstab muss man manchmal im Spiel improvisieren“, sagt Mahmutefendic. „Und hin und wieder hilft es auch, wenn nicht ich eine Entscheidung treffe, die uns hilft. Es war diesmal die Idee von Vadym, den Torwart zu wechseln. Das bestätigt unser Leistungsprinzip. Fabi war einfach da, als ihn das Team gebraucht hat. Und das zeichnet uns aus: Uns zu belohnen, wenn eine individuelle Leistung gebraucht wird. Das ist auch für mich als Trainer wichtig.“

„Wenn ich sehe, wie viele Punkte wir in den letzten sieben Spielen geholt haben und wie wir uns auch emotional verhalten und wachsen, dann gibt mir das Zuversicht. Ich bin überzeugt von der Qualität meiner Mannschaft, und diese Qualität zeigen wir immer öfter. Das ist der Weg, den wir verfolgen.“ Jetzt gilt es, diesen Eindruck gegen Nordhorn zu bestätigen. Eine Rechnung ist noch offen: In der letzten Saison verlor der HSC beide Duelle, zuhause mit 28:33 und auswärts mit 32:35.

Den gesamten Bericht findet ihr bei unserem Medienparter dem Coburger Tageblatt.

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Bericht vom Coburger Tageblatt

Bild von Kevin Dengel