Die vergangene Handballwoche stand vor allem im Zeichen der entscheidenden Qualifikationsspiele für die Teilnahme an der Handball – WM im Januar 2027 in Deutschland. Und dabei hätte es für die beiden im Einsatz befindlichen HSC – Akteure nicht besser laufen können.
Erstmals seit 22 Jahren konnte sich die Nationalmannschaft Griechenlands wieder für eine Weltmeisterschaft qualifizieren. Ein Sonderlob von Nationaltrainer Giorgos Zaravinas ging dabei an HSC – Keeper Petros Boukovinas, „der ein echter Kapitän auf und neben dem Platz war“. Gegen das als klarer Favorit in dieses Duell gegangene Team der Niederlande gewann die griechische Mannschaft am Ende sogar beide Partien. Zunächst gab es im Hinspiel im heimischen Chalkida einen knappen 29:27 – Erfolg, den die Hellenen nach zwischenzeitlichem Fünf – Tore – Rückstand allerdings erst in den Schlussminuten sicherstellen konnten. Auch im Rückspiel vier Tage später in Rotterdam hatten die Griechen zunächst einige Probleme in der Anfangsphase, drehten aber einen 5:9 – Rückstand (10.) bereits bis zur Pause in eine 20:14 – Führung. Am Ende stand ein auch in dieser Höhe verdienter 38:33 – Auswärtserfolg für Petros Boukovinas und seine Teamkollegen zu Buche. Der Coburger Schlussmann war mit insgesamt 23 Paraden in den beiden Spielen entscheidend an diesem Erfolg beteiligt.
„Ich bin unglaublich stolz auf die Mannschaft. Was wir geschafft haben, ist wirklich ein Traum. Ein Traum, den wir alle schon als Kinder hatten und jetzt ist er Realität geworden. Vor allem, weil die WM in Deutschland ist. Ich freue mich sehr auf dieses Erlebnis im Januar. Ich habe großen Respekt vor der Nationalmannschaft der Niederlande, aber unsere beiden Siege und unsere Qualifikation waren absolut verdient. Die Jungs haben alles auf der Platte gegeben und wir haben viel an unseren mentalen und taktischen Stärken gearbeitet und haben das auch geschafft. Es war eine schwierige Woche, aber am Ende waren da Emotionen, von denen ich nie erwartet hätte, dass ich sie einmal erleben werde.“, so Petros Boukovinas.
Zum dritten Mal nach 1997 und 2025 hat auch die von Bob Hanning trainierte italienische Nationalmannschaft das Ticket für die Weltmeisterschaftsendrunde gelöst. Im Duell gegen die Schweiz mussten die Azzurri zunächst im Hinspiel in Zürich eine vermeidbare 29:32 – Niederlage hinnehmen. Italien hatte nach 21 Minuten bereits mit 14:8 geführt. Erfolgreichster Torschütze im italienischen Team war in dieser Partie Mikael Helmersson, der insgesamt acht Treffer erzielte. Angetrieben von 4.000 Zuschauern im Palasport Cattani in Faenza starteten die Italiener dann im Rückspiel eine furiose Aufholjagd. Nach 19 Minuten war der Rückstand erstmals eliminiert (11:8), mit 20:12 ging es in die Kabinen. Am Ende brachte Italien die Partie und damit die erfolgreiche WM – Qualifikation sicher mit 38:31 nach Hause. Mikael Helmersson steuerte zwei Tore bei. Er selbst ordnet die Qualifikation wie folgt ein:
„Es war ein Riesen-Erfolg für uns als Mannschaft. Aber vor allem auch für den italienischen Handball war das ein sehr, sehr wichtiger Schritt in die Richtung, in die wir uns bewegen, auf dem Weg, auf dem wir gerade sind. Und dahingehend war das auf jeden Fall ein weiterer Meilenstein. Ich glaube, wir haben in den beiden Spielen über 120 Minuten gezeigt, was wir für eine super Mannschaft sind – nicht nur handballerisch, sondern vor allem auch von dem Charakter, den wir haben, als Spieler und als ganze Mannschaft. Und ich glaube, wir haben uns das echt verdient und es hat auf jeden Fall riesen Spaß gemacht und war ein sehr großes Highlight.“
Bericht von Gerd Nußpickel




