Der HSC Coburg hat wieder gewonnen: Im Heimspiel gegen den EHV Aue beendet der Zweitligist seine kleine Krise. Vor allem dank zwei Spielern.

Nach vier Niederlagen in Serie hat der HSC Coburg wieder gewonnen. Am Samstagabend siegte der Handball-Zweitligist im Heimspiel gegen den EHV Aue mit 32:23 (14:10). Es war der erste Sieg im zweiten Spiel unter dem neuen Trainer Brian Ankersen. Und das nach wie vor ohne Tobias Varvne. Der schwedische Spielmacher stand zwar im Aufgebot, musste aber nach dem Aufwärmen abwinken. Die muskulären Probleme machten sich wieder bemerkbar. Anders als in den vergangenen Wochen fiel der Varvne-Ausfall diesmal nicht ins Gewicht.

2. Bundesliga: HSC Coburg – EHV Aue 32:23 (14:10)

Florian Billek war einer der auffälligsten Coburger im ersten Durchgang. Und das lag an zwei Phasen, in denen der Rechtsaußen dafür sorgte, dass sich der HSC von den Gästen absetzen konnte. Mit vier Treffern in Serie machte Billek aus einem 5:4 (9.) ein 9:4 (15.). Aue blieb sechs Minuten ohne Tor, diese Schwächephase nutzte die Mannschaft von Trainer Brian Ankersen aus.

Die hatte zunächst Probleme mit Aues starkem Kreisläufer Bengt Bornhorn. Die ersten fünf EHV-Treffer des Abends gingen auf das Konto von Bornhorn. Zwei Mal traf der Kreisläufer vom Siebenmeterstrich, drei Mal aus dem Feld. Bornhorn setzte geschickt seinen Körper ein und war für die Coburger Abwehr nur schwer zu verteidigen. Doch die HSC-Deckung steigerte sich und die Hausherren gaben nach einer ausgeglichenen Anfangsphase (4:4, 9.) den Ton an.

Ankersen hatte die Abwehrformation leicht verändert und ließ die 6:0-Formation offensiver und beweglicher agieren.

HSC Coburg setzt sich ab

Nach anfänglichen Schwierigkeiten waren die Hausherren deutlich aufmerksamer und erkämpften sich ein ums andere Mal die Bälle. Coburg konzentrierte sich darauf, den Kreisläufer in den Griff zu bekommen und provozierte Auer Würfe aus dem Rückraum. Denn: Bei den Gästen fehlte mit dem Halblinken Adrian Kammlodt jede Menge Wurfkraft.

Der Lohn der Coburger Mühen war eine 10:5-Führung nach 16 Minuten. Die Sachsen stellten im Angriff um und spielten mit Aki Egilsnes und Arnar Birkir Halfdansson mit zwei Linkshändern im Rückraum. Und Coburg? Der HSC leistete sich eine Schwächephase. Mit einem 5:2-Lauf in den folgenden zehn Minuten war der EHV wieder in Schlagdistanz (10:12, 25.).

Florian Billek dreht auf

Dann war wieder Billek-Zeit. Erst traf der HSC-Torjäger per Gegenstoß, dann ins leere Auer Tor – 14:10 (27.). Zum zweiten Mal in den ersten 30 Minuten sorgte Billek dafür, dass sich Coburg von den Auern distanzieren konnte. Der zweite entscheidende Coburger der ersten Hälfte stand im Tor: Jan Kulhanek. Der Torwart-Routinier kam auf acht Paraden und eine starke Quote von 47 Prozent – und gewann das Duell der Schlussmänner gegen Aues Erik Töpfer deutlich.

Auch nach dem Seitenwechsel machte Kulhanek dort weiter, wo er im ersten Durchgang aufgehört hatte. Nach 60 Minuten kam der Tscheche auf elf Paraden und eine Quote von 41 Prozent und hatte damit seinen Anteil am Gewinn der zweiten Halbzeit. In den acht Spielen zuvor hatte der HSC stets den zweiten Abschnitt verloren. Diesmal machten die Vestestädter frühzeitig alles klar.

HSC Coburg macht früh alles klar

In den ersten sechs Minuten nach der Pause erzielte der HSC fünf Treffer und setzte sich auf 19:13 (36.) ab. Wenig später sah Aues Abwehrchef Franz Schauer seine dritte Zeitstrafe und musste auf der Tribüne Platz nehmen (37.). Spätestens jetzt war der der Widerstand der ersatzgeschwächten Gäste, die nur wenige Wechselmöglichkeiten hatten, gebrochen.

Das nutzte Coburg, um sich den Frust der vergangenen Wochen von der Seele zu werfen. Billek traf weiter nach Belieben, der Angriff zeigte manch schöne Spielzüge und die Abwehr ließ in 25 Minuten nur zehn Gegentore zu. Stück für Stück bauten die Hausherren ihren Vorsprung aus und lagen beim 27:17 erstmals mit zehn Toren in Führung (50.).

Handschrift von Brian Ankersen erkennbar

Ankersens Handschrift war – vor allem Angriff – schon erkennbar. Coburg fand mehr spielerische Lösungen als in den vergangenen Wochen und griff kurz vor dem Spielende in die Zauberkiste. Juskenas und Billek versuchten einen Kempa-Trick, doch der misslang. Das letzte Tor des Tages erzielte Max Preller, der für den Schlusspunkt aus sieben Metern eingewechselt wurde – 32:23.

„Wir haben mit acht, neun Spielern durchgespielt und hatten die meisten Wechselmöglichkeiten dort, wo man sie am wenigsten braucht – auf Außen“, sagte Aues Bornhorn nach dem Spiel und ergänzte: „Heute war einfach nicht mehr drin. Bis zur Pause sah es noch gut aus, aber danach hat sich die Kraft-Frage gestellt.“

Coburgs bester Mann des Tages, Florian Billek, sagte: „Wir haben uns ein paar Sachen vorgenommen und das bravourös gelöst. Wir waren emotional, bissig und gallig. Wir wollten vor der Länderspielpause den Turnaround schaffen.“ Mit dem dritten Saisonsieg kletterte der HSC Coburg auf den 13. Tabellenplatz.

Die Statistik

HSC Coburg: Kulhanek, Jochens – Preller (1/1), Fuß (4), Toom, Billek (12/2), Mubenzem (4), Juskenas (1), Varvne, Schäffer (2), Schikora, Kurch (1), Grozdanic (3/3), Schröder (3), Bauer (1)

Trainer: Ankersen, Baucke, Krause

EHV Aue: Bochmann, Petursson, Töpfer – Ebert (1), Bornhorn (8/2), Egilsnes (2), Lux (2), Roth, Bombelka (3), Slachta, Schauer, Paraschiv (5), Halfdansson (2), Ribeiro

Trainer: Swat/Hilbert/Weber

Schiedsrichter: Christian und Fabian vom Dorff

Zuschauer: 1256

Siebenmeter: 6/7 (Grozdanic verwirft ein Mal) – 2/2 (Bornhorn trifft beide Versuche)

Zeitstrafen: 2:5 (Fuß, Toom – 3x Schauer, Bornhorn, Halfdansson)

Spielfilm: 2:2 (5.), 4:3 (8.), 6:4 (11.), 8:4 (14.), 10:6 (17.), 11:8 (21.), 12:10 (25.), 14:10 (30.), 16:11 (33.), 18:12 (35.), 20:13 (38.), 23:14 (42.), 25:17 (48.), 27:17 (50.), 28:19 (55.), 30:21 (58.)

Beste Spieler: Kulhanek, Billek / Bornhorn, Paraschiv

 

Bericht von inFranken

Bild von Iris Bilek