Fünfte Niederlage im neuen Jahr: Handball-Zweitligist HSC 2000 Coburg steckt weiter in der Ergebniskrise. Am Samstagabend unterlagen die Vestestädter bei den Eulen Ludwigshafen mit 26:28 (15:14) und blieben im fünften Spiel in Folge ohne Sieg. Einen Schritt aus der Krise machten hingegen die „Eulen“, die die ersten zwei Punkte des neuen Jahres feierten.

Dabei sah es für die Mannschaft von Trainer Brian Ankersen zweimal aussichtsreich aus, denn sowohl im ersten als auch im zweiten Abschnitt führte der ersatzgeschwächte HSC mit vier Treffern. Doch zweimal gaben die Coburger den Vorsprung aus der Hand.

2.Bundesliga Eulen Ludwigshafen – HSC 2000 Coburg 28:26 (14:15)

Die Coburger hatten gehofft, dass sich während der Länderspielpause die angespannte personelle Situation zumindest etwas entspannen würde – doch daraus wurde nichts. In Ludwigshafen fehlten nach wie vor die Torhüter Jan Kulhanek und Fabian Apfel sowie die Feldspieler Tumi Steinn Runarsson, Florian Billek und Felix Jager. Für Viktor Glatthard ist nach einer Oberschenkel-OP die Saison wohl ohnehin beendet.

Zudem schleppte sich unter der Woche der eine oder andere Spieler erkältet umher, darunter die polnischen Nationalspieler Arkadiusz Ossowski und Barlomiej Bis. Beide traten die Fahrt nach Ludwigshafen aber mit an. Auf der Gegenseite fehlten Tim Schaller, Max Neuhaus, Sergej Gorpishin und Christian Klimek.

Weil Ossowski nicht im Vollbesitz seiner Kräfte war, startete der HSC im Angriff mit Fynn Herzig auf der Spielmacherposition und Kapitän Andreas Schröder im linken Rückraum. Trotz der ungewohnten Formation zeigten die Coburger in der Anfangsphase eine gute Leistung im Angriff.

Zweimal spielte der HSC Rechtsaußen Jannes Krone frei, dazu trafen Fynn Herzig und Merlin Fuß nach Durchbrüchen oder aus dem Rückraum und Bartlomiej Bis vom Kreis. Die Mannschaft von Trainer Brian Ankersen spielte flexibel und führte schnell mit 5:1 (6.), weil auch die Abwehr – zuletzt gegen Hagen der schwächere Mannschaftsteil – von Beginn an auf der Höhe war.

Aus einer 6:0-Formation verteidigte der HSC kompakt und ließ keinen Spielfluss der „Eulen“ aufkommen. Wenn die Hausherren erfolgreich waren, ging es meist über Kreisläufer Max Haider. Nach einer Viertelstunde kam im Angriff Ossowski für Schröder, der aber weiter in der Defensive zum Einsatz kam.

Zu dieser Zeit kämpften sich die Hausherren bereits in das Spiel und halbierten den Vier-Tore-Rückstand (6:8, 15.). Der HSC rieb sich nun zunehmend gegen die 6:0-Deckung der Ludwigshafener, erspielte sich kaum noch klare Möglichkeiten – und leisteten sich mehr und mehr technische Fehler.

Das nutzen die Gastgeber aus und glichen beim 10:10 durch Lion Zacharias, der mit einem Doppelspielrecht für den Bundesligisten Rhein-Neckar Löwen ausgestattet ist, erstmals in dieser Begegnung aus (22.). Nach einem weiteren Krone-Tor und einem Jaeger-Gegenstoß ins leere Tor führte der HSC aber wieder mit 13:11 (27.).

Dass sich Ludwigshafen im Laufe des ersten Durchgangs im Angriff steigerte und variabler agierte, lag vor allem am siebten Feldspieler, den Trainer Michael Abt brachte und der die HSC-Abwehr vor neue Herausforderungen stellte.

Ein weiterer Grund für die Ludwigshafener Aufholjagd: die Torwartleistung. Während HSC-Schlussmann Jan Jochens nach starkem Beginn bei drei Paraden in den ersten 30 Minuten stehen blieb, entschärfte der eingewechselte Ziga Urbic in knapp 20 Minuten vier Bälle und kam auf 33 Prozent gehaltener Bälle. Trotzdem ging der HSC mit einer knappen 15:14-Führung in die Halbzeitpause.

Der zweite Abschnitt begann wie der erste: mit einem besseren Start der Coburger. Bis und Jan Schäffer stellten auf 17:14, aber Ossowski verpasste nach einer Jochens-Parade per Siebenmeter die erneute Vier-Tore-Führung.

Danach leisteten sich beide Mannschaften, die im Jahr 2023 kriseln – der HSC gewann nur ein Spiel, die „Eulen“ noch gar keines – viele technische Fehler. Was Ossowski noch verpasst hatte, besorgte sechs Minuten später Max Jaeger: Per Siebenmeter brachte Jaeger den HSC mit vier Treffern in Front (19:15, 40.).

Doch erneut sollte sich der Spielverlauf aus dem ersten Abschnitt wiederholen: Mit einem 5:1-Lauf glichen die „Eulen“ erneut aus (20:20, 47.), weil Ludwigshafens Regisseur Pascal Bührer langsam auftaute und Linksaußen Enes Keskic das Spiel wieder auf Null stellte.

HSC-Trainer Ankersen reagierte sofort und wollte mit einer Auszeit die aufkommende „Eulen“-Euphorie unterbinden. Das klappte aber nicht, weil Stefan Salger, der nach der Saison zum TV Großwallstadt wechseln wird, die erste Führung der Hausherren erzielte (21:20, 47.).

Nach dem Treffer von Kasper Manfeldt-Hansen zum 23:21 (50.) schien das Momentum auf Seiten der Gastgeber, doch Coburg schaffte es, die Halle zunächst zu beruhigen. Krone per Siebenmeter und Konter und Jaeger von Linksaußen brachten den HSC wieder in Führung (24:23, 52.).

Nun wurde auch HSC-Torwart Jochens, der sich im zweiten Durchgang verbesserte, zum Faktor und parierte einen Siebenmeter von Alexander Falk. Wenig später machte es Falk besser und erzielte in Überzahl erst den 24:24-Ausgleich, dann die 25:24-Führung (56.).

Nach einem Fehlwurf von Herzig zündete Salger eine Rückraum-Rakete zum vorentscheidenden 26:24 in die Maschen (58.). Wenig später machte Salger mit seinem dritten Treffer den Sack zu (27:24, 59.) und er war mit seinen Toren in der Schlussphase ein wichtiger Mann für den 28:26-Sieg.

 

Die Statistik:

Eulen Ludwigshafen: Asanin (0 Paraden), Urbic (7 Paraden) – Salger (4), Eisel, Keskic (2), Meyer-Siebert, Haider (4), Remmlinger (1), Falk (3), Durak, Bührer (3), Trost (3), Zacharias (4), Neuhaus, Manfeldt-Hansen (1), Klein (3)

HSC 2000 Coburg: Jochens (9 Paraden), Martinsen (n.e.) – Preller, M. Jaeger (5/1), Dettenthaler, Bis (3), Mund, Fuß (1), Ossowski (1/1), Herzig (7), Krone (5/1), Knauer (1), Schäffer (2), Schröder (1)

Schiedsrichter: Reich / Brodbeck (beide Metzingen)

Zuschauer: 1558

Zeitstrafen: 3 (Remmlinger, Trost, Manfeldt-Hansen) – 2 (Bis, Schäffer)

Siebenmeter: 0/1 (Jochens hält gegen Falk) – 3/5 (Ossowski und M. Jaeger scheitern je einmal)

Spielfilm: 0:2 (2.), 1:5 (6.), 3:5 (8.), 4:8 (11.), 6:8 (15.), 10:10 (22.), 11:13 (27.), 14:15 (30.), 14:17 (34.), 15:19 (40.), 17:20 (44.), 21:20 (47.), 23:21 (50.), 23:24 (52.), 25:24 (56.), 28:26 (60.),

Beste Spieler: Salger, Haider – Krone, M. Jaeger

Den gesamten Bericht findet ihr bei unserem Medienparter dem Coburger Tageblatt.

Bericht von Coburger Tageblatt

Bild von Iris Bilek