Nach dem Abpfiff einer bis in die Schlusssekunde spannenden Zweitliga – Partie sah man im Lager das HSC eigentlich nur fragende Gesichter, die über einen gewonnenen oder verlorenen Punkt sinnierten. Am Ende war es sicherlich nicht nur für Trainer Brian Ankersen eher eine gefühlte Niederlage, denn knapp vier Minuten vor Schluss führte sein Team mit 28:25. Wenn man aber die gesamten 60 Minuten beleuchtet, dann geht dieses Remis am Ende sicherlich in Ordnung.

Denn die erste Hälfte gehörte nach einer ausgeglichenen Anfangsphase ganz klar den Gästen. Während die Potsdamer immer wieder erfolgreich ins Tempospiel kamen und die Coburger Abwehr mitsamt ihren Keepern schlecht aussehen ließen, machten die zunächst leider wieder sehr ängstlich agierenden Hausherren eigentlich nahtlos da weiter, wo sie in Bietigheim aufgehört hatten. Mangelnde Durchschlagskraft, fehlende Präzision im Spielaufbau und zunächst auch zu viele Lücken in der Abwehr auf Seiten des HSC nutzten die für ihr junges Alter erstaunlich abgezockt auftretenden Gäste, um Tor für Tor davon zu ziehen. Letztlich konnte der HSC zufrieden sein, nur mit einem Vier – Tore – Rückstand in die Pause zu gehen.

Zum Glück hörten die Vestestädter in der Halbzeit nicht die wenig optimistischen Pausenprognosen der HSC – Fans, sondern die taktischen Vorgaben ihres Trainers. Denn die Umstellung auf eine offensive 5:1 – Abwehr mit einem sehr agilen Max Jaeger auf der Spitze und die jetzt konsequent praktizierte Angriffsvariante 7 gegen 6 trug schneller als erwartet Früchte. Lediglich sechs Minuten brauchten die Hausherren, um durch den über 60 Minuten sehr agilen Merlin Fuß erstmals in diesem Spiel in Führung zu gehen. Und anders als in vielen Spielen zuvor blieb der HSC weiter am Drücker, kämpfte leidenschaftlich und schloss auch weiterhin konsequent ab. Verdienter Lohn war eine 3 – Tore – Führung nach 45 Minuten, die der HSC auch mit in die letzten 10 Minuten nahm. Und als Fynn Herzig knapp fünf Minuten vor Schluss das 28:25 für den HSC erzielte, keimte mehr als nur Hoffnung auf den erhofften Heimsieg auf. Aber ausgerechnet in dieser Phase ließen die Hausherren jetzt doch noch einige Hundertprozentige liegen, die die nie aufsteckenden Gäste mit der von Trainer Hanning ausgegebene Devise „Alles oder nichts“ letztlich zum sicherlich nicht unverdienten Ausgleich nutzten. Der finale Wurf von Fynn Herzig in der Schlusssekunde landete an der Latte.

HSC 2000 Coburg: Jochens, Apfel; Dettenthaler, Bis (2), Fuß (6), Siegler, Ossowski (1/1), Krone (5), Herzig (3), M. Jaeger (6), Schröder, Schäffer (2), Runarsson (2), Preller, Mund, Knauer (1)

 

Bericht von Gerd Nußpickel

Bild von Svenja Stache