2. Handball-Bundesliga – Der HSC 2000 Coburg verspielte gegen TuS Ferndorf fast eine deutliche Führung, bewahrte in der Schlussphase aber kühlen Kopf.

Coburg – Der HSC 2000 Coburg wäre für seine Nachlässigkeiten schon in der ersten Halbzeit in der Partie gegen TuS Ferndorf fast noch bestraft worden. Denn bei konzentrierterer Spielweise hätten die Coburger zur Pause durchaus zweistellig führen können. Nach dem Wechsel kam Ferndorf vor 2.019 Zuschauern besser ins Spiel musste den Gastgeber aber doch mit 29:25 den Vortritt lassen.

Beide Trainer suchten vor der Partie noch einmal das Einzelgespräch mit ihren Akteuren, Michael Lerscht noch vor der Aufwärmphase, Jan Gorr währenddessen. Beide Mannschaften mussten ersatzgeschwächt auflaufen. Ferndorf fehlte Koloper und der blau gesperrte Bornemann. Später verloren sie noch ihren Abwehrchef Rink mit ausgekugeltem Finger. Beim HSC kam die Partie für Stephan Zeman nach seiner Oberschenkelprellung aus dem letzten Heimspiel zu früh, Sebastian Weber laboriert noch an seiner Schulterverletzung. Deswegen wurde einmal mehr Dominic Kelm reaktiviert.

Auch wenn Florian Billek gleich den ersten Konter „versemmelte“, der Ex-HSCler Patrick Weber machte es ihm kurz darauf nach, gehörte die Phase bis zur 25 Minute eindeutig dem HSC. Pontus Zettermann erzielte mit dem ersten Treffer seines Teams das 200. Saisontor für Coburg und nach dem 1:2 ging es Schlag auf Schlag. Denn in den folgenden 22 Minuten gelangen den Gästen gerade einmal zwei weitere Treffer. Entweder verfehlten ihre Würfe das Ziel oder HSC-TW Jan Kulhanek war zur Stelle. Coburg musste nicht einmal fehlerfrei spielen um sich weiter abzusetzen. Andreas Schröder „stopfte“ dabei immer wieder entstehende Löcher in der Coburger Abwehr, gegen die die Ferndorfer kein Mittel fanden. Waren sie dann doch einmal in guter Wurfposition landeten die Bälle zudem oft neben dem Tor.

Trotzdem war Gorr nicht zufrieden: „Wir haben schon da einige frei Bälle nicht genutzt, leichtfertig den Ball verloren.“ Eigentlich war Coburg nach 25 Minuten, da fiel das 11:4, auf dem Weg zur Tabellenführung. Dafür hätten sie die Partie mit elf Toren Unterschied gewinnen müssen. Das wäre gegen eine nach diesem Rückstand bravourös kämpfende Ferndorfer Mannschaft aber zu viel des Guten gewesen. Denn begünstig durch Coburger Nachlässigkeiten noch in der ersten Halbzeit kamen sie wie runderneuert aus der Kabine, holten Tor um Tor auf. Beim Stand von 23:21 waren sie nahe dran die Partie noch zu kippen. „Da hatten wir einige glückliche Situationen mit den Abprallern“, musste Jan Gorr feststellen.

Vor allem der Ex-HSCler Patrick Weber und Jonas Faulenbach drückten der Partie in der zweiten Halbzeit, die 17:17 endete, ihren Stempel auf. Hatte Weber noch vor der Pause mehrmals sein Ziel verfehlt, hätte er nun beinahe als der Mann dagestanden, der die Begegnung gewendet hat. Aber eben nur beinahe. Coburg mit einem überragenden Pontus Zetterman zehrte fast zu lange von seinem Vorsprung, war in der Abwehr bedingt durch die Ausfälle jetzt oft zu spät dran. Mit schnellem Spiel und Abschluss gelang es Ferndorf, immer näher zu kommen. Dabei vergaben sie aber auch immer wieder einmal in aussichtsreicher Position. So scheiterte Faulenbach mit einem Trickwurf nach einem Konter am reaktionsschnellen Poltrum im HSC-Tor.

Drei Aktionen lenkten für Coburg die Partie dann in die richtige Richtung. Erst erzielte Lukas Wucherpfennig das 25:22 fast von der Außenlinie, danach parierte Kulhanek nach langer Zeit wieder einen Wurf der Ferndorfer. Im nächsten Angriff traf Schröder nur den Pfosten, den Abpraller nahm Jager auf und erzielte das 26:22. Die Gäste mühten sich in den verbleibenden sechs Minuten um den erneuten Anschluss, doch hatten auch sie in der schnellen zweiten Halbzeit viel Substanz gelassen.

Stimmen

HSC-Trainer Jan Gorr: „Wer nach dem 9:3 mit einem Spiel im ruhigen Fahrwasser gerechnet hatte, wurde getäuscht. Bis dahin hatten wir Ferndorf den Zahn gezogen, immer wieder zu schnellen Abschlüssen gezwungen. In der dann trotzdem intensiven Partie hat mein Team eine geile kämpferische Leistung gezeigt und kühlen Kopf bewahrt.“

TuS-Trainer Michael Lerscht: „Die Zuschauer haben einen interessanten und intensiven Handballabend erlebt. Lange hatten wir nicht genügend Tiefe in unserem Spiel um die Coburger Abwehr vor Probleme zu stellen. Die Einstellung und kämpferische Leistung nach dem klaren Rückstand müssen wir jetzt mitnehmen.“

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HSC 2000 Coburg – TuS Ferndorf: 29:24 (12:7)

HSC 2000 Coburg: Jan Kulhanek (16 Gegentore, 7 Paraden), Konstantin Poltrum (8 Gegentore, 3 Paraden); Maximilian Jaeger (4), Lukas Wucherpfennig (3), Felix Sproß, Dominic Kelm (1), Florian Billek (3/2), Marcel Timm (1), Pontus Zetterman (9), Girts Lilienfelds, Tobias Varvne (3), Andreas Schröder (1), Christoph Neuhold (4). Trainer: Jan Gorr.

TuS Ferndorf: Marin Durica (8 Gegentore, 1 Parade), Tim Hottgenroth (21 Gegentore, 8 Paraden); Jonas Faulenbach (3), Marijan Basic, Lucas Schneider (2), Mattis Michel (3), Magnus Neitsch (3), Jan Wicklein, Julian Schneider (4/1), Tim Rüdiger, Julius Lindskog Andersson (1), Patrick Weber (8), Thomas Rink. Trainer: Michael Lerscht.

SR: Felix Pusch / Stefan Weiße

Spielfilm: 1:2 (5.), 6:2 (14.), 6:3 (15.), 9:3 (18.), 9:4 (21.), 11:4 (25.), 12:5 (28.), 12:7 – 14:8 (33.), 16:10 (35.), 18:11 (38.), 18:13 (40.), 20:14 (41.), 21:15 (43.), 21:18 (47.), 23:19 (49.), 23:21 (51.), 24:22 (53.), 27:22 (57.), 28:23 (58.), 29:24.

Zuschauer: 2.019

Siebenmeter: 2/2 – 3/5 (Andersson wirft am Tor vorbei, J. Schneider scheitert an Kulhanek)

Strafminuten: 4 (Schröder, Zetterman) – 10 (L. Schneider, Neitsch 4, J. Schneider, Müller)

Beste Spieler: Schröder, Zetterman – P. Weber, Michel.

Bericht: Ralph Bilek

Bild: Henning Rosenbusch