Zweite Niederlage für den HSC 2000 Coburg: Am Freitagabend unterliegt der Zweitligist bei TuSEM Essen – weil Essen in der Schlussphase cleverer ist.

Zwei Siege in heimischer Halle, zwei Niederlagen auf fremdem Parkett: Handball-Zweitligist HSC 2000 Coburg legte einen durchwachsenen Start in die neue Saison hin. Am Freitagabend setzte es beim TuSEM Essen die zweite Saisonniederlage. Beim 23:26 (12:13) zeigten sich die Hausherren cleverer. Neuzugang Lukas Juskenas kam in der Schlussphase zum Einsatz und erzielte einen Treffer.

2. Bundesliga: TuSEM Essen – HSC 2000 Coburg 26:23 (13:12)

Tobias Varvne, Karl Toom, Milos Grozdanic – hinter dem Einsatz dieses HSC-Trios stand vor dem Duell der letztjährigen Bundesligisten ein Fragezeichen. In Essen standen letztlich alle drei im Kader von Trainer Alois Mraz. Während Spielmacher Varvne und Linksaußen Grozdanic in die Startsieben zurückkehrten, nahm Toom zunächst auf der Bank Platz. Dort saß mit Lukas Juskenas auch ein neues Gesicht. Der litauische Nationalspieler wurde vom HSC nachverpflichtet und soll Varvne auf der Spielmacherposition unterstützen. Dass der schwedische Routinier den Coburgern wieder zur Verfügung stand, tat den Gästen zunächst gut.

Zwei Varvne-Würfe aus dem Rückraum fanden – wenn auch etwas glücklich – in der Anfangsphase den Weg ins Tor und brachten den HSC mit 4:2 in Führung (7.). Coburg machte in den ersten Minuten vieles richtig – vor allem in der Abwehr. Die 6:0-Formation stand sicher, beweglich und mit der nötigen Aggressivität. Die Folge: Essen hatte Probleme, sich klare Chancen zu erspielen. In den ersten 15 Minuten ließ der HSC nur vier Treffer der Gastgeber zu. Dass sich die Vestestädter in dieser Phase auf drei Treffer absetzen konnten (6:3, 7:4, 9:6) war vor allem ein Verdienst der guten Defensive um den gut aufgelegten Torwart Jan Kulhanek. Im Angriff hatten die Coburger aber Probleme, weil auch der TuSEM eine gute Deckung stellte.

Grozdanic trifft und fliegt

Ein weiterer Grund für die Coburger Führung war die Treffsicherheit Grozdanic‘ von der Siebenmeterlinie. Der Serbe traf alle seine drei Versuche aus sieben Metern und brachte die Gäste mit 10:7 in Führung (21.). Kurz danach war für den Linksaußen aber Feierabend: Grozdanic traf Essens Rechtsaußen Dimitri Ignatow im Gesicht und sah die Rote Karte – eine vertretbare Entscheidung (24.). Zu diesem Zeitpunkt hatte das Spiel bereits begonnen, sich zu drehen. Coburg leistete sich zunehmend mehr Fehler und der TuSEM schaffte den Anschluss. Zwar brachte HSC-Kapitän Andreas Schröder Coburg noch einmal mit 12:10 in Front (26.), bis zur Pause gelang den Gästen aber nicht mehr viel.

Noah Beyer, der Trainer Jamal Naji im Sommer 2022 zum Erstligisten Bergischer HC folgen wird, und Ignatow trafen mit drei Treffern in Serie zur 13:12-Halbzeitführung für Essen. Bitter war vor allem der 13. Essener Treffer. Coburgs Merlin Fuß leistete sich in Unterzahl einen Fehlpass und Ignatow, der von Bundestrainer Alfred Gislason für einen Nationalmannschafts-Lehrgang nominiert wurde, traf ins leere Tor. Mit zwei schnellen Treffern zogen die Hausherren nach der Pause auf 15:12 davon und hatten einen Drei-Tore-Rückstand in eine Drei-Tore-Führung verwandelt. Wer dachte, Coburg würde sich – wie des Öfteren – eine Schwächephase nach der Halbzeit leisten, wurde getäuscht.

Der HSC hielt dem Essener Druck stand und gestaltete das Spiel ausgeglichen.

Essen in der Crunchtime abgezockt

Aber: Coburgs Schwächen im Angriff setzten sich fort. In 20 Minuten im zweiten Abschnitt gelangen dem HSC nur fünf Treffer. Weil der HSC kämpferisch dagegenhielt, war die Partie trotzdem lange offen – bis die Crunchtime begann. Nun machte sich die höhere spielerische Qualität Essens bemerkbar. Mraz musste binnen fünf Minuten zwei Auszeiten nehmen. Essen beeindruckte das nicht: Das Duo Beyer/Ignatow stellte mit einem Kempa auf 21:18, wenig später legte Lucas Firnhaber aus dem Rückraum das 22:18 nach. Eineinhalb Minuten vor dem Ende trug sich HSC-Neuzugang Juskenas mit einem sehenswerten Schlagwurf in die Torschützenliste ein – am letztlich verdienten Essener Sieg änderte das aber nichts mehr.

Die Statistik:

TuSEM Essen: Bliss (7 Paraden), Diedrich (4 Paraden) – Beyer (8/3), Glatthard, Rozman (1), Dangers (2), Homscheid, Becher, Ignatow (5), Szczesny (3), Bergner (2), Müller (2), Firnhaber (1), Seidel, Morante Maldonado (2), Klingler

HSC 2000 Coburg: Kulhanek (7 Paraden), Jochens (0 Paraden) – Preller (1), Fuß (4), Toom (1), Billek (4/2), Mubenzem, Juskenas (1), Vavrne (2), Schäffer (1), Schikora, Kurch (1), Grozdanic (3/3), Schröder (5), Bauer

Schiedsrichter: Kern / Kuschel

Zuschauer: 1623

Zeitstrafen: 2:3 (Szczesny, Müller – Mubenzem, Schäffer)

Rote Karte: Grozdanic (Coburg, 24., Foulspiel)

Siebenmeter: 3/3 (Beyer trifft alle Versuche) – 5/6 (Billek verwirft ein Mal)

Spielfilm: 1:0 (1.), 2:2 (4.), 2:4 (7.), 3:6 (11.), 5:8 (16.), 7:10 (21.), 10:11 (25.), 13:12 (30.), 15:12 (32.), 15:15 (40.), 18:17 (44.), 20:17 (50.), 22:19 (54.), 24:20 (57.), 26:23 (60.)

Beste Spieler: Beyer, Ignatow / Schröder, Kulhanek

 

Bericht von inFranken

Bild von Iris Bilek