HSC I: Mit Revanche Platz Vier absichern.

Vor dem fränkisch-thüringischen Derby am Doppelspieltag kommende Woche will der HSC im dritten Gastspiel beim ASV Hamm Westfalen den dritten Sieg.

Hamm/Coburg – „Mit diesem gelungenen Abend wird es bestimmt eine lustige Rückfahrt.“ Das waren die Worte von Kay Rothenpieler, Trainer des ASV Hamm-Westfalen, nach dem Hinspiel beim HSC 2000 Coburg Anfang November vergangenen Jahres. Am heutigen Freitagabend (Anwurf um 19.15 Uhr) steht für den HSC 2000 Coburg das Rückspiel in der WESTPRESS Arena an und was müssen die Coburger dafür tun, damit sich Trainer Jan Gorr mit seinem Team ähnlich gut gelaunt auf den Rückweg begeben kann?

„Wir müssen einfach das tun, was wir in der Rückrunde bis auf die Spiele in Balingen und gegen Dresden gemacht haben. Eine hohe Beständigkeit während der gesamten Partie ist wichtig und wir wollen unsere gute Phase fortsetzen“. Jan Gorr weiß aber auch, dass es eine sehr umkämpfte Partie werden wird. „Hamm ist stets sehr gefährlich, das zeigt schon die Niederlage im Hinspiel.

Wir dürfen sie nicht ins Laufen kommen lassen und müssen dafür sorgen, dass sie uns nicht überlaufen“. Denn die Gastgeber agieren stets mit hohem Tempo, spielen variantenreich und „verbinden dass zudem mit einer sehr hohen Effektivität“, wie Gorr festgestellt hat. Hinzu kommt eine große Übersicht im Angriff mit dem blinden Verständnis des Rückraums mit dem bulligen Kreisläufer Jan Brosch, der Coburg im Hinspiel vor große Probleme stellte und in der Abwehr zusammen mit Markus Fuchs einen hervorragenden Mittelblock stellt.

Wie auch Coburg steht der Erstligaaufsteiger aus dem Jahr 2010 vor einem größeren personellen Umbruch. Vom Erstligisten Minden kommt für die neue Saison Spielmacher Sören Südmeier und mit Vincent Sohmann (vom Dessau-Roßlauer HV) haben die Westfalen einen starken „BackUp“ für die gleiche Position verpflichtet. Und da ist ja noch das „Tauschgeschäft“ mit dem HSC, den Oliver Krechel und Stefan Lex Richtung Hamm verlassen werden und im „Gegenzug“ Christoph Neuhold für den linken HSC-Rückraum kommt. Im letzten Spiel war er mit fünf Treffern erfolgreichster Feldtorschütze der Westfalen. Beide Trainer sehen diese Situation relativ gelassen, kommt sie zum Ende einer Saison doch des Öfteren vor.

In eigener Halle musste Hamm zudem erst drei Mal als Verlierer vom Feld. Die beiden bisherigen Auftritte in Hamm gewann zwar der HSC 2000, aber jeweils nur denkbar knapp mit einem Tor Unterschied. Allerdings haben die Westfalken im Augenblick eine kleine Durststrecke zu überstehen. Das letzte Heimspiel mit der Niederlage gegen die HC Rhein Vilkings war „ein Tag zum Vergessen“, so Rothenpieler, der mit seinem Team nun schon seit vier Spielen auf einen Zähler wartet. Doch überwertet wird dies aus Coburger Sicht nicht, denn die drei weiteren Niederlagen kassierte Hamm gegen Lübeck, in Bietigheim und Balingen bei Schwergewichten der Liga. Doch den Vierten aus Coburg will Rothenpieler nun geschlagen nach Hause schicken und die Durststrecke beenden. Gelingt das nicht, bleibt der HSC auf jeden Fall auf Platz vier.

Nach dem Spieltag heißt es dann nicht nur für alle Teams Kräfte sammeln, denn es folgt der letzte Doppelspieltag der Saison, an dem Coburg am Freitag Eisenach zu Gast hat und am Sonntag bei der HSG Konstanz antreten muss.

Die Akteure

HSC 2000 Coburg: Jan Kulhanek, Oliver Krechel; Philipp Barsties, Markus Hagelin, Lukas Wucherpfennig, Felix Sproß, Dominic Kelm, Sebastian Weber, Stefan Lex, Benedikt Kellner, Florian Billek, Till Riehn, Jakob Knauer, Tobias Varvne, Romas Kirveliavicius. Trainer: Jan Gorr.

ASV Hamm-Westfalen: Felix Storbeck, Gregor Lorger; Lukas Blohme, Fabian Huesmann, Jan Brosch, Markus Fuchs, Stanko Sabljic, Fannar Tor Fridgeirsson, Jakob Schwabe, Julian Krieg, Lars Gudat, Kim Voss-Fels, Björn Zintel, Julian Possehl, Christoph Neuhold. Trainer: Kay Rothenpieler.

SR: Pawel Fratczak / Paulo Ribeiro

Die Lage in der Liga

Ebenfalls bereits heute Abend sind die zwei direkt vor dem HSC platzierten Teams aktiv. Der VfL Lübeck-Schwartau erwartet die DJK Rimpar Wölfe, die SG BBM Bietigheim gastiert beim EHV Aue. Erst am Sonntag kann der Bergische HC bei der HSG Nordhorn-Lingen den nächsten und vielleicht sogar schon vorletzten Schritt zum vorzeitigen Wiederaufstieg machen. Dringend Punkte benötigt der ThSV Eisenach, kommenden Freitag zum Auftakt des Doppelspieltages zu Gast in Coburg. Als einziges Team der Liga weisen sie eine deutlich schlechtere Heim- als Auswärtsbilanz auf. Gegen den HC Rhein Vikings muss jedoch der zweite Heimsieg her.

Da noch die halbe Liga zumindest ein bisschen um den Klassenerhalt zittert, wird es nicht nur für den Dessau-Roßlauer HV Zeit zu punkten. Mit nur einem Sieg 2018 zehren sie derzeit von der erfolgreichen Hinrunde. Gegen den VfL Eintracht Hagen, danach geht es gegen Hildesheim und Saarlouis, will Dessau den Anfang machen um sich endgültig zu sichern. Davon ist der kommende HSC-Auswärtsgegner HSG Konstanz noch weit entfernt, rangiert auf dem ersten Nichtabstiegsplatz. Erstmals seit Februar 2004 erwartet HSG den langjährigen Erstligisten HBW Balingen-Weilstetten am Bodensee.

 

Notizen am Rande

Trikottausch – Für drei Akteure wird die Partie zwischen Hamm und Coburg zumindest aus deren persönlicher Sicht eine Besondere, denn in der kommenden Saison tragen sie das Trikot des gegnerischen Vereins. Von den Westfalen wechselt Christoph Neuhold in den linken Rückraum der Coburger. Den umgekehrten Weg gehen Stefan Lex, 100. Neuzugang beim HSC vor zwei Jahren, und der nach Dominic Kelm dienstälteste Akteur der Vestestädter, TW Oliver Krechel.

Fanmeile – Aus Anlass des ersten Gastspiels der HBW Balingen-Weilstetten am Bodensee nach 14 Jahren hat sich die HSG Konstanz etwas Besonderes einfallen lassen. Nicht nur, dass hinter den Toren Zusatztribünen eingerichtet werden. Am Zuschauereingang, direkt am Ufer des Seerheins mit Blick auf das Wasser, wird es eine „Fanmeile“ mit Grill-, Essens- und Getränkeständen geben.

Rückkehrer – Der TV Großwallstadt wird in der kommenden Saison die zweite Liga bereichern. Der siebenmalige deutsche Meister, vierfache Pokalsieger und fünffache Europapokalgewinner ist nach einem Erfolg im Spitzenspiel gegen HC Erlangen nicht mehr von der Tabellenspitze der 3. Liga Ost zu verdrängen. In der Nordliga steht der renommierte HSV Hamburg ebenfalls kurz vor der Rückkehr in den Profi-Handball. TuS Ferndorf (3. Liga West), vier Spieltage vor Saisonschluss noch verlustpunktfrei, ist nach zwei Drittligajahren ebenfalls bereits zurückgekehrt. In der dritten Liga Süd haben noch vier Teams Aufstiegschancen, darunter die Südbayern von TuS Fürstenfeldbruck.

Bericht von Ralph Bilek

Bilder von Henning Rosenbusch (http://www.henning-rosenbusch.de/)