Die Handball-Europameisterschaft der Männer ist beendet – für die deutsche Nationalmannschaft blieb am Ende eine stolze Silbermedaille. Auch der HSC Coburg begleitete das Turnier intensiv über seine Social-Media-Kanäle, nicht zuletzt aufgrund der Beteiligung zweier Akteure des Vereins auf internationaler Bühne.

Rückraumspieler Mikael Helmersson lief für die italienische Nationalmannschaft auf und feierte mit der Squadra Azzurra einen besonderen Erfolg: die italienische Nationalmannschaft gewann das erste Mal seit mehr als 27 Jahren in einer Europameisterschaft, im letzten Vorrundenspiel mit einem Sieg von 29:28 (15:13) gegen Polen. Durch diesen Sieg qualifizierte sich Italien zugleich auch für die Vorrunde der kommenden WM im Januar 2027. Auch an der Seitenlinie war der HSC Coburg bei der Europameisterschaft vertreten. Torwarttrainer Vadym Brazhnyk fungierte als Cheftrainer der ukrainischen Nationalmannschaft. Diese stellte sich in der Vorrunde namhaften Gegnern wie Frankreich und Norwegen, schied letztendlich aber nach drei Niederlagen in der Vorrunde aus.

Für Mikael Helmersson war die Europameisterschaft nicht nur sportlich, sondern auch persönlich äußerst prägend. „Ich habe gemerkt, wie wichtig es ist, immer den Fokus zu behalten, gerade wenn viele Dinge gleichzeitig passieren. Man darf sich nicht von Kleinigkeiten aus der Ruhe bringen lassen.“ Die hohen Ansprüche der EM wirkten für ihn zudem als klare Bestätigung der eigenen Arbeit: „Das Niveau hat mir gezeigt – oder vielmehr bestätigt –, dass das, was wir machen, sehr gut ist. Das Niveau ist extrem hoch und alle Spieler, die dabei sind, spielen auf einem sehr starken Level.“ Besonders wertvoll empfand Helmersson auch die Nähe zu den Topteams und Stars des internationalen Handballs: „Es ist natürlich auch cool, so nah an den ganz großen Superstars dran zu sein. Man kann sich unglaublich viele Dinge abschauen und dazulernen auf dem Feld und auch daneben.“

„Für Italien zu spielen bedeutet mir unglaublich viel. Ich bin sehr stolz, mein Land zu repräsentieren.“ Die Europameisterschaft habe gezeigt, dass sich Italien auf internationaler Bühne weiterentwickelt und konkurrenzfähiger auftritt: „Nur, wenn wir regelmäßig bei solchen Turnieren dabei sind, kann der Handball in Italien wachsen und sichtbar bleiben.“ Für die Italiener war der Sieg gegen Polen der sportlich wichtigste Wendepunkt in dieser EM. „Der Sieg war natürlich das Highlight für uns und extrem wichtig“, ordnet Helmersson ein. Auch wenn Italien damit nicht direkt die nächste Turnierphase erreichte, hatte das Ergebnis eine nachhaltige Wirkung: „Dadurch überspringen wir die erste Runde der WM-Qualifikation. Das ist immens wichtig, weil es den Weg zu den nächsten Turnieren einfacher macht. Unser Ziel ist es, regelmäßig bei diesen großen Turnieren dabei zu sein und uns dort weiter zu etablieren.“

Mit dem EM-Auftritt und der gesicherten Position für die kommende WM-Qualifikation blickt Helmersson insgesamt positiv auf das Turnier zurück. Mit den gesammelten Erfahrungen auf höchstem europäischen Niveau kehrt der Coburger Rückraumspieler zum HSC zurück.

Auch für Vadym Brazhnyk und die ukrainische Nationalmannschaft war die Europameisterschaft ein wichtigerer Meilenstein. Im direkten Vergleich mit Europas Spitzenteams sei deutlich geworden, wie hoch das Niveau ist. „Die Europameisterschaft hat gezeigt, dass es für die ukrainische Nationalmannschaft nicht einfach ist, mit starken europäischen Teams mitzuhalten“, erklärte der HSC-Torwarttrainer. Gleichzeitig hob er die besonderen Umstände hervor, unter denen sich sein Team auf das Turnier vorbereiten musste: „Aufgrund des ständigen Beschusses können wir weder zu Hause spielen noch trainieren.“ Umso mehr betonte er, dass sich die Mannschaft trotz der schwierigen Rahmenbedingungen für die Endrunde qualifizieren konnte: „Wir haben es aber in die Europameisterschaft geschafft und das auch verdient, trotz des Krieges in unserer Heimat.“

Sportlich sieht Brazhnyk klare Ansatzpunkte für die weitere Entwicklung. „Wir müssen jedoch unsere Schnelligkeit und Konstanz im Angriff sowie unsere körperliche Fitness verbessern“, sagte er mit Blick auf die Anforderungen auf internationalem Niveau. Auch wenn die Mannschaft die Vorrunde ohne Sieg beendete, bewertet er den Auftritt nicht ausschließlich anhand der Ergebniss:. „Die Mannschaft hat einen Schritt nach vorn gemacht – wir haben zwar keine Spiele gewonnen, aber wir haben Erfahrung gesammelt.“ Ein wichtiger Bestandteil der zukünftigen Arbeit bleibt für ihn die Nachwuchsentwicklung. Junge Handballspieler sollen schrittweise integriert werden, um sich an die Anforderungen des internationalen Niveaus zu gewöhnen und behutsam aufgebaut werden. Als Fundament für diesen Prozess sieht er vor allem den Teamgeist. „Die größte Stärke der Mannschaft ist ihr Charakter und ihre Bereitschaft, füreinander zu arbeiten“, betonte der HSC-Torwarttrainer. Langfristig verfolgt die ukrainische Nationalmannschaft klare Ziele. „Unser Ziel ist es, regelmäßig an großen Turnieren teilzunehmen und die Nationalmannschaft langfristig weiterzuentwickeln“, so Brazhnyk abschließend.

Bild von Luigi Canu