Zweite Mannschaft unterliegt trotz Personalnot nur knapp

Der tolle Einsatz reichte nicht/Rodgau entführte trotz elf Treffer von Wolf die Punkte

Mit kompletter Besetzung hätte die 2. Garnitur des HSC 2000 Coburg in der Partie gegen die HSG Rodgau-Nieder-Roden gute Gewinnchancen gehabt, aber neben Lukas Wucherpfennig waren auch die Jugendnationalen Benedikt Kellner und Jakob Knauer für die „Erste“, die danach spielte, reserviert und zu allem Unglück musste auch noch Nicola Franke wegen einer Verletzung passen. So stand die Partie gegen den Siebten vor einem schlechten Omen, und ging letztlich auch ein wenig unglücklich mit 23:25 Toren verloren. Ohne Überraschung allein die Begegnungen von Großwallstadt und der SG Leutershausen, die mit  dem 33:29-Heimsieg über die SG Bruchköbel wieder Zweiter wurde, da der HC Erlangen II sich bei der HSG Hanau mit 24:25 Toren geschlagen geben musste. Ebenfalls überraschend die 21:27-Niederlage von TV Gelnhausen beim bisherigen Schlusslicht HSV Bad Blankenburg und die 27:29-Heimnierlage des HSC Bad Neustadt gegen TV Germania Großsachen, der gleich vier Plätze gut machte. Um zwei Plätze schob sich der MSG Groß-Bieberau/Modau (12.) mit dem unerwartet klaren 35:28-Erfolg über den SC Magdeburg II (bisher 4.) nach vorn. Alles in allem, es bleibt weiterhin ein enges Tabellenbild in der 3. Liga Ost: Rang drei (HSG Rodgau) mit 14:10 Punkten, nur vier Punkte weniger (10:14) hat der Dreizehnte aus Baunatal. Allein der führende TV Großwallstadt (16:6 Zähler) zieht scheinbar unbeirrt seine Kreise. Die derzeitige Stärke des Altmeisters bekam nun auch der Northeimer HC zu spüren, der von den Unterfranken mit 34:23 Toren klar abgewiesen wurde.

HSC 2000 Coburg II – HSG Rodgau Nieder-Roden 23:25 (14:12)

Trotz des frühen 1:0 durch Rivera fanden die Coburger erst nach ein paar Minuten besser zu ihren Angriffsbemühungen. Die Abwehr war aber auf der Hut und bügelte die kleinen Fehler meist mit gutem Stellungsspiel wieder aus. Keiner der Kontrahenten konnte sich zunächst Vorteile verschaffen. Coburg fand erst nach einiger Zeit, behaftet mit kleinen Fehlern und zwei Gegentreffern innerhalb von nur zehn Sekunden zum 4:5 (13.), langsam eine Linie, erzielte über 5:7 und 7:7 mit dem sechsten Treffer von Andreas Wolf nicht nur das 8:7 (19.) sondern auch einen Zwei-Tore-Vorsprung. Das 11:9 (22.) durch Patrick Pernet ließ hoffen, brachte jedoch keine innere Ruhe ins Coburger Spiel und der Gegner wurde urplötzlich zum Nutznießer einiger Coburger Nachlässigkeiten, konterte zum 11:12, ehe Schramm, Wolf und wiederum Schramm mit gelungenen Aktionen das 14:12 zur Pause herausholten.

Auch nach dem Wechsel hielten die ersatzgeschwächten Coburger mit großartigem Einsatz die knappe Führung, nur die Trefferquote passte nicht so richtig dazu. Die sehr offene Deckung der Gäste, teils mit vier Spielern an der Freiwurflinie, brachte Coburg ein wenig aus dem Konzept und mit dem 17:18  in der 43. Minute, während einer weiteren Zeitstrafe gegen die Coburger, wieder in Hinterhalt. Coburg gab sich jedoch nicht auf, erhielt in der nun sehr hektisch gewordenen Partie nach dem 21:22 (55.) und dem 23:24 (59.) jedoch zwei überaus zweifelhafte Zeitstrafen, die einem durchaus verdienten Remis den Gnadenstoß versetzten. SR.:  David Große / Sven Kreutz  ( Nordhausen).

Stimmen zum Spiel:

Dominik Bühler (1 Treffer): „Wir haben uns alle zusammen voll rein gehauen, weil wir  zahlenmäßig weniger waren und verlieren allerdings am Ende etwas die Kräfte. Weiß auch nicht genau was dann war, evtl. ein bisschen Unkonzentriertheit, von mir persönlich der Abschluss nicht so berauschend, aber: wir haben jedenfalls alles gegeben und vieles versucht. Schade, dass es am Ende nicht mit einem Sieg geklappt hat.“

HSC-Trainer Ronny Göhl: „Wir verlieren gegen eine personell starke Mannschaft mit zwei Toren zu Hause. Ein riesiges Kompliment an die Jungs, sie haben heute eine super Abwehr gespielt und im Angriff Geduld gezeigt. Wir hadern bis zur Pause etwas mit der Chancenverwertung und dummen Zwei-Minuten-Strafen. Ich denke, wenn man die zwei letzten Zeitstrafen dann nicht bekommt, schaffen wir zumindest ein Unentschieden. Es ist halt total ärgerlich, wenn man sieht mit welcher Mannschaft wir heute gespielt haben, mit was für einer Einstellung und Leistung wir trotzdem agiert haben – und am Ende nichts dafür bekommen haben. Kompliment auch an Patrick Pernet und Jannik Merkwirth, die sonst weniger Einsatzzeiten bekommen, ihre Sache aber sehr gut gemacht haben und auch Verantwortung übernahmen.“

Trainer Jan Redmann (HSG Rodgau): „Wir haben so unglaublich schlecht gespielt, weil wir uns  dem cleveren Spiel des Gegners angepasst haben, der aus einer Personalnot heraus das Beste gemacht hat. In der zweiten Halbzeit haben wir es dann zeitweise ein bisschen besser gemacht, aber wir müssen es lernen, dass wir unser Spiel spielen. Es war ein ganz wichtiger Sieg heute, war auch sicherlich Dank der Coburger Personalpolitik ein bisschen einfacher, aber ich sage einmal so: in der Liga ist nichts einfach, das kann man an den Ergebnissen sehen. Auch wenn die Coburger heute nur neun Feldspieler hatten, es war trotzdem nicht einfach, so ein Spiel zu gewinnen. Das ist das einzig Positive was ich aus diesem Spiel mitnehmen.“

HSC 2000 Coburg II: Tim Titze, Patryk Foluszny (Tor); Marvin Munoz, Jannik Merkwirth (2), Maximilian Drude, Patrick Pernet (4/3), Maximilian Drude (2), Jonathan Rivera (1), Dominik Bühler (1), Kenny Schramm (2), Andreas Wolf (11).

Zuschauer:    77                Strafwürfe:   3 / 5-4        Zeitstrafen:   7 / 1

Bericht von Erich Bilek

Bild von Iris Bilek