Coburg ist rund um die Feiertage zweimal auswärts bei Abstiegskandidaten im Einsatz. Den Anfang macht die Partie beim Tabellen-17. Dessau-Roßlauer HV.

Das Rennen um die Herbstmeisterschaft in der 2. Handball-Bundesliga zwischen den HBW Balingen-Weilstetten und dem HSC 2000 Coburg ist völlig offen. Für die gleichauf liegenden Aufstiegsaspiranten geht es in den beiden abschließenden Spielen 2018 darum, den Abstand zu den Verfolgern zu halten oder vielleicht sogar auszubauen.

Balingen hat mit zwei Heimspielen (gegen Großwallstadt und Lübeck-Schwartau) die vermeintlich leichtere Aufgabe. Für die Coburger sieht der Spieltag diesmal zwei Auswärtspartien vor. Am zweiten Weihnachtsfeiertag geht es nach Dresden, am Sonntag steht aber zunächst das Spiel beim Dessau-Roßlauer HV (Anwurf um 17 Uhr) an.
Dessau-Roßlau steckt auf Platz 17 liegend mittendrin im Abstiegskampf, aber die Liga an sich sollte für Coburg Warnung genug sein, die Platzierung nicht als Maßstab zu nehmen. „Wichtig ist, dass wir uns auch da fokussiert reinhauen“, fordert Trainer Jan Gorr noch zweimal die Konzentration hochzuhalten. Auch wenn besinnliche Weihnachten sicher anders aussehen. „Am 23. und 26. Dezember zwei Auswärtsspiele zu haben, ist gerade für die Spieler nicht schön, die nicht ortsansässig sind und zumindest mal einen Tag über Weihnachten mit ihren Familien verbringen wollen. Ohne Training kann sich kein Team professionell auf den nächsten Gegner vorbereiten.“ Gorr ruft also auch an den Feiertagen in die Halle.

Ein Kampf um jeden Zentimeter

Dass die Dessauer nichts zu verschenken hat, zeigt deren Einsatzbereitschaft, die durchaus auch an gleich zwei glatten Roten Karten in der letzten Heimpartie gegen Wilhelmshaven festgemacht werden kann. „Nicht nur Dessau, auch Dresden, steckt in dieser Liga in einem Existenzkampf. Entsprechend werden beide Partien geprägt sein“, mutmaßt Gorr. Es werden also ganz andere Spiele als gegen Hamm, Balingen oder Nettelstedt. Es ist mit einem Kampf um jeden Zentimeter zu rechnen. Coburg muss es dabei schaffen, die 6:0-Deckung des Gegner zu knacken und einmal mehr als Team zu überzeugen.
Das schaffte der HSC zuletzt gegen verschiedene Abwehrformationen mit sehenswerten Aktionen. Das „Schweden-Trio“ mit Tobias Varvne, Pontus Zetterman und Markus Hagelin stach dabei immer wieder heraus. Hagelin, der die Coburger am Saisonende verlassen wird (wir berichteten ausführlich), fällt zwar nicht so sehr durch Torerfolge auf, ist aber der Prellbock in der Abwehr und schafft vorne am Kreis die Räume für die Rückraumakteure.

Das Lazarett lichtet sich etwas

Gorr kann zwar auch bei den letzten beiden Spielen des Jahres noch lange nicht auf seinen kompletten Kader zurückgreifen, aber die Verletztenliste wird zumindest wieder kürzer. Zu Recht sehr zufrieden mit seinem ersten Einsatz nach seinem Außenbandriss im Sprunggelenk konnte Felix Sproß mit seinen vier Toren gegen Nettelstedt sein. Die Rückkehr von Sproß eröffnet Gorr wieder mehr Optionen, dazu ist auch Lukas Wucherpfennig nach seiner Viruserkrankung ins Team zurückgekehrt.
„Natürlich wollen wir über Weihnachten die optimale Ausbeute“, zeigt sich Gorr zuversichtlich, „aber planbar ist das gerade in dieser 2. Liga nicht.“ Bleibt aus Coburger Sicht zu hoffen, dass in einer der grünsten Städte Deutschlands auch im letzten Vorrundenspiel alles im grünen Bereich bleibt und das nächste gelb-schwarze Team (nach Borussia Dortmund) die Herbstmeisterschaft feiern kann.

Sonntag, 17 Uhr: Dessau-Roßlauer HV – HSC Coburg

HSC 2000 Coburg: Jan Kulhanek, Konstantin Poltrum; Markus Hagelin, Maximilian Jaeger, Max Preller, Felix Sproß, Lukas Wucherpfennig, Anton Prakapenia, Marcel Timm, Jakob Knauer, Pontus Zetterman, Girts Lilienfelds, Tobias Varvne, Christoph Neuhold Es fehlen: Sebastian Weber, Florian Billek, Petr Linhart, Philipp Barsties Trainer: Jan Gorr

Dessau-Roßlauer HV: Dominik Plaue, Radek Motlik; Tomas Pavlicek, Libor Hanisch, Marek Vanko, Slavomir Mlotek, Gregor Remke, Johannes Wasielewski, Daniel Schmidt, Jonas Hönicke, Philip Jungemann, Bruno Zimmermann, Tom Hanner, Daniel Zele, Jan Zahradnicek Trainer: Uwe Jungandreas

Schiedsrichter: Pawel Fratczak / Paulo Ribeiro

Bericht vom Coburger Tageblatt

Bild von Henning Rosenbusch (www.henning-rosenbusch.de)