Es wird schwer in Hessen/Wir müssen gegen Coburg die Trendwende einleiten

Die zweite Garnitur des HSC 2000 Coburg II gehört in der 3. Liga Ost weiterhin zu den akut vom Abstieg betroffenen Mannschaften. Die Aussichten daran am kommenden Spieltag etwas ändern zu können, sind also nicht gerade sehr aussichtsreich. Das Team vom Trainerduo Till Riehn/Ronny Göhl ist am Sonntag bei der HSG Hanau im Einsatz, einem Gegner, mit dem alle bisherigen vier Begegnungen mit einer Differenz von 92:121 Toren verloren wurden. Zudem sind die Hessen in eigener Halle weitaus stärker als in fremden Arenen, nur zwei von sieben Spielen gingen verloren.

Allein die Statistik macht deutlich, dass die Coburger sich mit nur einem Auswärtssieg in sechs Spielen  lediglich die Chancen eines Außenseiters zuordnen können, zumal die Trainer weiterhin mit kleinem Kader auskommen müssen. Neben dem verletzungsbedingten Fehlen von Kapitän Kenny Schramm wird auch noch Max Preller wahrscheinlich nicht dabei sein, der wegen der vielen Verletzten in der Bundesligamannschaft dort eingesetzt werden muss. Die Hoffnung für die Reserve ist neben dem Willen auf eine erhöhte Einsatzbereitschaft sowie ein möglichst fehlerfreies Spiel und vor allem auch, dass die Trefferquote nicht nur bei Andreas Wolf passt, dem Zweiten der Trefferrangliste mit 85 Toren.

In Hanau kommt es zwischen ihm und Jan-Eric Ritter (79 Tore) zum Duell zweier Scharfschützen. Mit Ritter, Yaron Pillmann und Marc Strohl ist Hanau im Rückraum sehr stark besetzt und es wird eine der wichtigen Aufgaben für die Coburger Abwehr sein, diese gut im Griff zu behalten. Einiges wird  auch davon abhängen, wie treffsicher der Andi diesmal ist, aber auch, wie Hanau die Forderung ihres Trainers Patrick Beer nach der Niederlage in Dutenhofen umsetzt. „Wir müssen jetzt die Köpfe frei kriegen“, gegen den Abstiegskandidaten aus Coburg muss gewonnen werden. Eine klare Kampfansage an den HSC, der sich auf einen hoch motivierten Gastgeber einstellen muss, gegen den man sich keine Verschnaufpausen gönnen darf. „Auf uns wartet eine ordentliche Herausforderung – wir müssen uns auf die eigene Stärke konzentrieren und die Kreise von Wolf einschränken“ so die Meinung vom HSG-Coach, der bis auf Michael Hemmer nach langer Zeit wieder fast alles an Bord hat und „die Trendwende unbedingt einleiten will“. Die HSC-Trainer ihrerseits wissen um die schwierige Aufgabe ihrer Mannschaft und reisen nach guter Vorbereitung trotz aller Widrigkeiten nicht ohne Hoffnungen nach Hanau.

Auch in den anderen Begegnungen des Wochenendes stehen sich keine unmittelbaren Tabellennachbarn gegenüber, aber gerade das ist die Würze des kommenden Spieltages. So wird abzuwarten sein, wie bzw. ob sich der ThSV Eisenach beim Überraschungsteam dieser Saison, der HSG Dutenhofen-Münchholzhausen II, überhaupt durchsetzen kann. Der Aufsteiger hat sich per respektvollen Ergebnissen bereits bis auf Rang 5 vorgearbeitet. Etwas unsicher auch die Partie des Verfolgers aus Baunatal trotz Heimvorteils gegen die unberechenbare HSG HSG Rodgau Nieder-Roden (6.) und selbst der Dritte, SG Leutershausen darf sich zu Hause im Spiel gegen HC Erlangen II nicht sicher sein, denn die Erlanger sind im Moment auf einem aufsteigendem Ast. TV Erlangen-Bruck (13.) will seinen Heimvorteil zum Erfolg über den MSG Groß-Bieberau/Modau  (10.) nutzen und von der HG Oftersheim/ Schwetzingen (10.) wird ein Heimsieg über Schlusslicht SG Leipzig II erwartet. Eindeutig in der Favoritenrolle sind am Wochenende lediglich die Mannschaften der SG Nußloch (gegen Germania Großsachsen) und des TV Gelnhausen (gegen SG Bruchköbel), aber selbst da wäre ein anderer Ausgang, schaut man auf die bisherigen Ergebnissen in der Liga, keine eigentliche Überraschung.

Vorläufiges Aufgebot HSC 2000 Coburg II: Tim Titze, Fabian Apfel (Tor); Max Preller (?), Nikola Franke, Benjamin Beyer, Lars Fichtner, Jonas Wolter, Lukas Dude, Patrick Pernet, Jonathan Rivera, Dominik Bühler, Andreas Wolf.

Bericht von Erich Bilek

Bild von Henning Rosenbusch (www.henning-rosenbusch.de)