Vor Beginn der Spiele um die Deutsche Meisterschaft unterhielt sich Gerd Nußpickel mit den Trainern der Jugendmannschaften über die bisherige Saison, die Jugendarbeit im eigenen Verein und die Einschätzung der gegnerischen Teams.

HSC 2000 Coburg

B-Jugend: Trotz sehr guter Leistungen ging man leer aus

Drei Fragen an die Trainer Johannes Heufelder und Jens Pussert

Johannes und Jens, eure Mannschaft hat bislang eine sehr gute Saison gespielt. Ihr seid ohne Niederlage und mit nur zwei Unentschieden souverän Bayernmeister geworden. Mit welcher Zielstellung seid ihr ursprünglich in diese Saison gestartet? Was sind aus eurer Sicht die wesentlichen Gründe, dass es bisher so gut lief?

Johannes: „Die vor der Saison festgelegte Zielstellung war es, von Anfang an oben mit zu spielen. Von diesem Erfolg konnte man dennoch nicht ausgehen, da mit der Junioren – Akademie der Serienmeister des letzten Jahrzehnts und klare Favorit dabei war. Wir als Mannschaft haben jedes Spiel für sich betrachtet und versucht, in allen unsere beste Leistung zu bringen!
Das war mit einer der entscheidenden Faktoren, aus meiner Sicht. Des Weiteren ist dieser Erfolg nicht nur aufgrund der Tatsache, ungeschlagen Meister geworden zu sein, etwas ganz Besonderes. Sondern vielmehr, diesen Erfolg mit einem so kleinen Kader erreicht zu haben, das kann man gar nicht hoch genug einstufen!
Außerdem haben wir extrem akribisch und intensiv trainiert und unsere Nerven in den Spitzenspielen bemerkenswert gut im Griff gehabt.“

Jens: „Nach den Qualifikationsrunden war für mich ein möglicher Meistertitel in sehr weiter Ferne. In der Vorbereitung auf die Saison war dann allerdings eine deutliche Leistungssteigerung erkennbar und ein Spitzenplatz in der Liga ein realistisches Ziel. Die Mannschaft hat sich allerdings wohl intern im Trainingslager die Meisterschaft tatsächlich als Ziel gesetzt. Das dann wirklich zu schaffen, verdient extra Respekt. Für uns als Verein und Trainer ist sowieso immer die Weiterentwicklung der einzelnen Spieler das höchste Ziel; ich denke, auch das ist uns ganz gut gelungen.
Dass wir wirklich Meister geworden sind, lag handballerisch vor allem an unserer guten Defensivarbeit, die Abwehrreihe in Verbindung mit den Torhütern.“

Wie schätzt ihr als Trainer die Bedingungen für die Jugendarbeit beim HSC 2000 Coburg ein?

Johannes: „Die Bedingungen hier sind extrem gut! Wir haben hier die Möglichkeiten, täglich zu trainieren, Trainingslager zu absolvieren und uns in Sache Handball-Technik und Athletik extrem entwickelt!
Entscheidend ist auch, dass der ganze Verein Jugendarbeit lebt und damit uns als Trainern die notwendigen Mittel an die Hand gibt.“

Jens: „Die Einbindung von hauptamtlichen Trainern und dem Jugendkoordinator waren der wichtigste Schritt in unserer Entwicklung hin zu echtem Jugendleistungssport. Gute Infrastruktur, Engagement und Talente waren schon immer da, jetzt kann alles so kanalisiert werden, dass wirklich nachhaltige, erfolgreiche Jugendarbeit stattfindet.“

In der anstehenden Gruppenphase zur Endrunde trefft ihr auf die Mannschaften aus Hüttenberg und Kronau/Östringen. Wie schätzt ihr die Stärken dieser beiden Teams ein und wer ist für euch der Favorit auf den Gruppensieg?

Johannes: „Wir sprechen hier von der Deutschen Meisterschaft, da ist sicher kein Gegner zufällig hingekommen. Beide Mannschaften haben zweifellos ihre Stärken und spielen auf einem hohen Niveau. Dennoch muss man sagen, ist die SG Kronau Östringen der klare Favorit auf das Weiterkommen.
Trotzdem müssen die Spiele erst einmal gespielt werden und wir haben natürlich auch unsere Stärken!
Ich denke, es werden tolle Spiele und hoffe, dass wir am Samstag vor vollem Haus den Favoriten extrem ärgern können.“

Jens: „Ich sehe auch die SG Kronau/Östringen als den klaren Favoriten in unserer Dreiergruppe an. Interessant wird sein, ob und wie lange wir gleich am Samstag gegen diese Paroli bieten können. Dieses wäre auch in Hinblick auf den Sonntag gegen Hüttenberg wichtig, um dann in dieses Spiel mit einem guten Gefühl hineingehen zu können.
Beide Mannschaften sind auf jeden Fall richtig stark, Heimerfolge gegen diese wären das absolute Sahnehäubchen auf eine Supersaison!

 

SG Kronau/Östringen

Drei Fragen an den Trainer Daniel Meyer

Herr Meyer, ihre Mannschaft hat bislang eine perfekte Saison gespielt. Mit 36:0 Punkten sind sie Meister der Oberliga Baden – Württemberg geworden und haben sich überaus souverän für die Endrunde um die Deutsche Meisterschaft qualifiziert. Mit welcher Zielstellung waren Sie und das Team in diese Saison gestartet? Was sind aus Ihrer Sicht die wesentlichen Gründe, dass es bisher so perfekt lief?

Daniel Meyer: “Mit der letztjährigen B-Jugend hatten wir uns das Halbfinale der Deutschen Meisterschaft als Ziel gesetzt. Dieses Jahr sind wir einen anderen Weg gegangen. Auf ein Ziel im Sinne von Tabellenplätzen oder dem Abschneiden bei der Deutschen Meisterschaft haben wir verzichtet. Keine Mannschaft ist gleich. So hat sich der Fokus in diesem Jahr mehr zu unserer Spielphilosophie und den Werten die wir als Mannschaft verkörpern möchten verschoben. Das wir am Ende der Hallenrunde mit 36:0 die Liga dominiert haben hat viele Gründe. Wichtig war vor allem, dass sich die vielen verschiedenen Persönlichkeiten innerhalb kurzer Zeit zu einer Mannschaft zusammengefunden haben. Hinter dieser Entwicklung steht nach wie vor sehr viel Fleiß und Arbeit unserer Spieler.”

Wie schätzen Sie als Trainer die Bedingungen für die Jugendarbeit bei der SG Kronau/Östringen ein?

Daniel Meyer: “Die Bedingungen sind erstklassig. Wir haben, wie Coburg, als einer von nur 4 Vereinen das Jugendzertifikat mit Stern erhalten. Die Spieler genießen ein sehr hohe Durchlässigkeit in die 3. Liga-Mannschaft und der Übergang zu den Rhein-Neckar Löwen ist durch die Beförderung von Klaus Gärtner zum Co-Trainer noch leichter möglich.”

In der anstehenden Gruppenphase zur Endrunde treffen Sie auf die Mannschaften aus Hüttenberg und Coburg. Wie schätzen Sie die Stärken dieser beiden Teams ein und wer ist für Sie der Favorit auf den Gruppensieg?

Daniel Meyer: “Auf diesem Niveau gibt es kein Fallobst. Die Tagesform wird entscheiden. Wenn wir unsere Leistung abrufen werden wir sicher um den Gruppensieg mitspielen. Über die Schwächen und Stärken schweige ich mich hier aus, schließlich wollen wir die eine oder andere Überraschung im Spiel präsentieren können.”

 

TV 05/07 Hüttenberg

Drei Fragen an den Trainer Arno Jung

Herr Jung, ihre Mannschaft hat sich am letzten Spieltag mit einem Sieg beim direkten Konkurrenten TV Gelnhausen den Titel des Hessenmeisters gesichert; immerhin gegen namhafte Konkurrenz wie die HSG Dutenhofen/Münchholzhausen oder die HSG Wallau/Massenheim. Mit welcher Zielstellung waren Sie und das Team in diese Saison gestartet? Was sind aus Ihrer Sicht die wesentlichen Gründe für den Titelgewinn?

Arno Jung: “Wir zählten sicher zum Favoritenkreis, mussten aber in mehr als der Hälfte aller Spiele hart um den Sieg kämpfen. Jeder Punktverlust war jedoch ein „Leistungsbeschleuniger“, durch den wir uns enorm weiterentwickelt haben. Jeder Spieler ist einen großen Schritt vorangekommen, aber als Team sind wir gerade im Jahr 2017 außerordentlich gewachsen, sodass wir in Gelnhausen sehr ruhig geblieben sind und unsere Führung in diesem Spiel und in der gesamten Saison knapp, aber verdient ins Ziel gebracht haben.”

Wie schätzen Sie als Trainer die Bedingungen für die Jugendarbeit beim TV 05/07 Hüttenberg ein?

Arno Jung: “Die Bedingungen sind so, dass ein Trainer wie Jan Gorr im TV Hüttenberg seine Karriere ebenso voranbringen konnte wie ein Flo Billek als Jugend- und Aktiven-Spieler. Nicht die schlechtesten Visitenkarten, die in Coburg abgegeben werden können.
Wir sind ein „Dorfverein“ mit familiären Strukturen, wir bilden z.B. in den Jahrgängen 1999-2002 60 Spieler aus. Familiär heißt aber in unserem Verständnis durchaus auch: ehrgeizig/ambitioniert, die vorhandenen Ressourcen optimal einsetzend. Halbe Halle im Training? Standard, auch für die A-Jugend-Bundesligamannschaft. Internatsstrukturen? Lichtjahre davon entfernt! Macht aber nix, unsere Talente kommen aus der Region – und dennoch zählt die B-Jugend des TV Hüttenberg zu den 12 besten Mannschaften Deutschlands. Darauf sind wir ziemlich stolz.
Und im „Jahr 5 nach Gorr“ könnte erneut der Aufstieg in die 1. Liga gefeiert werden …”

In der anstehenden Gruppenphase zur Endrunde treffen Sie auf die Mannschaften aus Kronau/Östringen und Coburg. Wie schätzen Sie die Stärken dieser beiden Teams ein und wer ist für Sie der Favorit auf den Gruppensieg?

Arno Jung: “Coburg ist ja erst im Laufe der Saison so stark zusammengewachsen und hat mit einer sehr starken ersten Sechs für Furore gesorgt, Großwallstadt in die Schranken gewiesen. Ungeschlagen geblieben und verdient die Bayernliga gewonnen – großes Kompliment! Der Jugendarbeit in Coburg wird das Startrecht in der A-Jugend-Bundesliga sicher neuen Aufschwung verleihen.
Zu Kronau/Östringen muss man nicht viel sagen. Talente zuhauf, optimale Strukturen, die starke Württemberg-Liga mit 36:0 Punkten dominiert. Die Frage nach dem Favoriten auf den Gruppensieg ist damit beantwortet. Scheinbar.”

Die Interviews führte Gerd Nußpickel
Bilder von HSC intern, SG Kronau/Östringen intern und www.poennighaus-martin.de

 

Turnierplan

Samstag 15:00 Uhr HSC 2000 Coburg – Rhein-Neckar Löwen (Angerhalle)
Sonntag 13:30 Uhr HSC 2000 Coburg – TV 05/07 Hüttenberg (Angerhalle)

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