Coburg hielt nur vor der Pause mit

Ansprechende Leistung vor dem Wechsel, danach fehlen die Alternativen und Konzentration gegen den Spitzenreiter.

Eine Halbzeit bot der HSC 2000 Coburg dem Spitzenreiter Paroli, dann ging nicht mehr viel und der Bergische HC kam zu einem dann doch recht mühelosen Erfolg. „Tobi nein, Kiwi macht sich mit warm“, das war die Antwort von Jan Gorr auf die Frage, wie es mit einem Einsatz von Tobias Varvne und Romas Kirveliavicius aussieht. Wobei seine Mimik dafür sprach, dass es mit einem Einsatz von „Kiwi“ wohl eher nichts werden würde und somit die Mannschaft des Emsdetten-Remis vom vergangenen Sonntag zur Verfügung stand. Kurz darauf kam Oliver Krechel an Krücken in die Halle, verteilte Autogramme. Personell schloss der HSC die Vorrunde so ab, wie es Woche für Woche war.

Gemächlich, so kann der Spielaufbau des Bergischen HC in vielen Phasen bezeichnet werden, um dann aber zu explodieren. Beim HSC sah das zwar anders aus, war aber auch erfolgreich. Hart war das Foul von Darj nach sechs Minuten, der Stefan Lex ohne Rücksicht auf Verluste in den Wurfarm griff. Das war die Phase, als Coburg nach anfänglichem Rückstand die Initiative ergriff und mit drei Treffern in Führung ging. Dabei erfolgreich war die gesamte Rückraumachse des HSC. Anschließend fanden drei freie Bälle nicht den Weg ins Tor, da BHC-TW Rudeck zur Stelle war. Da auf der anderen Seite Kulhanek aber ebenso hellwach war, behauptete Coburg, auch mit einem sehenswerten Kopfleger von Felix Sproß von der Außenposition, die Drei-Tore-Führung. Trotzdem war in der Phase zu bemerken, dass sowohl Linhardt als auch Neloski noch einiges an Spielpraxis und Bindung zu den Nebenleuten fehlt.

Aber der HSC behauptete seine Führung, verschenkte im Aufbauspiel dann zu viele Bälle viel zu leichtfertig. Der BHC sagte „Danke“ und kam nicht nur zum Ausgleich, sondern gewann auch ein Unterzahlspiel mit 2:0 und ging in Führung. Aber die hatte nicht lange Bestand, Coburg konterte. Aber trotzdem ging es nur mit einem Remis in die Pause, da es drei diskussionswürde Szenen gab, die gegen Coburg entschieden wurden. Erst blieb ein Strafwurfpfiff aus als Weber am Kreis zu Boden gedrückt wurde und nur noch unkontrolliert abschließen konnte, dann ahndeten die Unparteiischen Abwehr im Kreis gegen Markus Hagelin bei angezeigtem Zeitspiel nur mit einem Freiwurf, was sogar nicht so ganz Handballkundige erkannten. Im nächsten Angriff wurde ein von Marko Neloski schnell ausgeführter direkter Freiwurf, der im Tor landete, zurückgepfiffen. Das führte vor dem Kampfrichtertisch auf dem Weg zum Pausentee auch zu einer Diskussion zwischen beiden Trainern und den Unparteiischen.

Was Abpraller betraf, war es wie schon in Emsdetten, die meisten landeten irgendwie beim Gegner, zudem blieb auch nach der Pause die Fehlerquote und der Arbeitsaufwand für einen Treffer bei den Vestestädtern höher. Die BHC-Abwehr legte noch einmal eine Schippe drauf, störte immer mehr den Spielfluss der Coburger, der nun unkoordiniert wirkte. Aus einem 12:11 wurde ein 14:18, eine zu hohe Hypothek für die Mannschaft von Jan Gorr, bei der sich die fehlenden Alternativen im Rückraum mehr und mehr bemerkbar machten. Zudem offenbarte jetzt auch die HSC-Abwehr viele Lücken, die weitere Paraden des vor der Pause bärenstarken Kulhanek erschwerten. Hinzu kamen Konzentrationsschwächen im Fang- und Passspiel, die der Spitzenreiter weidlich zu Kontertoren ausnutzte und die Partie locker zu Ende spielte.

Stimmen

HSC-Trainer Jan Gorr: „Es war aufgrund der zweiten Halbzeit ein auch in der Höhe verdienter Sieg der Gäste. Wir haben zu wenig Bewegung entwickelt, uns kaum Chancen herausarbeiten können. Vor der Pause haben wir das viel besser gelöst.“

BHC-Trainer Sebastian Hinze: „Die erste Halbzeit war sehr intensiv und wir können froh sein mit einem Remis in die Kabine zu kommen. Nach der Pause waren wir sehr effektiv und haben unser Angriffsspiel mit viel Geduld aufgebaut.“

Statistik

HSC 2000 Coburg – Bergischer HC 22:29 (11:11)

HSC 2000 Coburg: Jan Kulhanek (29 Gegentore, 12 Paraden), Patryk Foluszny (n.e.); Philipp Barsties (n.e.), Markus Hagelin, Lukas Wucherpfennig (1), Felix Sproß (2), Dominic Kelm (2), Petr Linhardt (2), Sebastian Weber (2), Stefan Lex, Benedikt Kellner (1), Florian Billek (5/3), Till Riehn (4), Marko Neloski (3), Jakob Knauer (n.e.), Romas Kirveliavicius (n .e.). Trainer: Jan Gorr.

Bergischer HC: Christopher Rudeck (11 Gegentore, 4 Paraden), Bastian Rutschmann (11 Gegentore, 6 Paraden), Janis Boieck (n.e.); Maximilian-Leon Bettin, Max Darj (4), Leos Petrovsky, Arnor Thor Gunnarsson (8/3), Kristian Nippes (2), Maciej Majdzinski, Milan Kotrc (2), Jan Artmann, Tomas Babak (3), Csaba Szücs, Fabian Gutbrod (5), Linus Arnesson (2), Bogdan Andre Criciotoiu (3). – Trainer: Sebastian Hinze.

SR: Michael Kilp / Christoph Maier

Spielfilm: 1:2 (3.), 3:3 (8.), 6:3 (12.), 6:5 (14.), 8:5 (18.), 8:7 (20.), 9:9 (24.), 9:10 (25.), 11:10 (26.), 11:11 – 12:11 (31.), 12:13 (34.), 13:15 (37.), 14:19 (43.), 15:21 (46.), 16:23 (48.), 17:23 (51.), 17:25 (52.), 19:26 (55.), 22:27 (58.), 22:29.

Zuschauer: 2.557 in der HUK-COBURG arena

Strafminuten: 0 – 8 (Darj, Gunnarsson, Szücs, Babak)

Siebenmeter: 3/5 (Billek scheitert an Rutschmann)– 3/4 (Gunnarsson scheitert an Kulhanek, trifft im Nachwurf)

Beste Spieler: Kulhanek – Gunnarsson, Gutbrod.

Bericht von Ralph Bilek
Bilder von Henning Rosenbusch (www.henning-rosenbusch.de)