Der HSC verliert nach einer katastrophalen Leistung nach der Pause beim bisher zu Hause sieglosen Kellerkind Eintracht Hildesheim mit 20:22.

Der HSC 2000 Coburg hat das Auswärtsspiel bei der abstiegsbedrohten Eintracht aus Hildesheim mit 20:22 verloren. In der Hildesheimer Volksbank Arena gaben die Gäste die Partie Mitte der zweiten Halbzeit aus der Hand, nachdem sie bis dahin über weite Strecken geführt hatten. Im zweiten Abschnitt ging die spielerische Linie verloren, während die Hildesheimer zulegten.

Ein 2:9-Lauf zwischen der 33. und 48. Minute war ausschlaggebend für diese unerwartete HSC-Pleite bei der bisher zu Hause noch sieglosen Eintracht Hildesheim. Mit 17:11 Punkten aus 14 Spielen droht die Mannschaft von Trainer Jan Gorr vorerst im Mittelmaß der 2. Handball-Bundesliga zu versinken.

Die Niederlagen der Konkurrenten aus Balingen-Weilstetten, Bietigheim und Bad Schwartau am letzten Spieltag hatten im Coburger Lager zuletzt für zusätzliche Motivation gesorgt, schließlich hatte das Team von Trainer Jan Gorr die große Gelegenheit, mit dem dritten Sieg in Folge einen Riesensprung in der Tabelle zu machen und den Anschluss an die angestrebten Aufstiegsplätze herzustellen.

HSC-Trainer Gorr ließ sein Team im Rückraum mit Romas Kirveliavicius, Tobias Vavrne und Stephan Lex beginnen, auf der anderen Seite standen die Haupttorschützen Robin John und Savvas Savvas neben Chris Meiser in der Startsieben. Hatte Coburg bis zum 3:2 jeweils vorgelegt, holten sich die Gastgeber mit dem 4:3 in der neunten Minute ihre erste Führung. Hildesheims Keeper Jakub Lefan war in dieser Phase immer wieder Endstation Coburger Wurfversuche. In der Defensive hatte der HSC in dieser Phase Probleme, den Hildesheimer Kreisläufer Nikolaos Tzoufras in den Griff zu bekommen, der immer wieder geschickt eingesetzt wurde. Auch dessen griechischer Landsmann Savvas Savvas bereitete der Abwehr der Franken Probleme.

Mit zwei Treffern in Folge sorgte Florian Billek dan aber für den Ausgleich zum 8:8. Nach dem 9:9 verhinderte Oliver Krechel die erneute Hildesheimer Führung, als er gegen den freien Dimitri Ignatow parierte. Gorr hatte jetzt Sebastian Weber für Romas Kirveliavicius auf das Parkett geschickt, brachte wenig später auch Benedikt Kellner in der zentralen Angriffsposition. Florian Billek sorgte jetzt für einige Treffer.
Nach einer ausgeglichenen ersten Hälfte mit wenigen spielerischen Höhepunkten nahm die Mannschaft von Jan Gorr eine 12:10-Führung mit in die Kabine, nachdem sie sich gegen Ende der 30 Minuten in der Defensive besser auf das Hildesheimer Angriffsspiel eingestellt hatte und Kirveliavicius einen Abpraller kurz vor der Halbzeitsirene hatte verwerten können.

In Überzahl vergab Florian Billek in der 39. Minute die Chance zum 15:12. Hildesheim nutzte die Möglichkeit, erzielte den Anschlusstreffer zum 13:14 und glich wenig später aus. Während die Gäste ihre Linie verloren, holte sich die Eintracht Vorteile. Prompt gerieten die HSCler in Rückstand, hatten die Hildesheimer durch Fehler in die Partie geholt. Nach dem 14:16 griff Gorr zur grünen Karte, wollte wieder Ordnung in seine Truppe bringen, die vier Treffer in Folge kassiert hatte. Eine Viertelstunde vor Schluss drohte das Spiel zu kippen. Hildesheim wirkte jetzt engagierter und zielstrebiger, hatte regelrecht Oberwasser bekommen.

Auf Coburger Seite häuften sich Fehlwürfe und technische Fehler. 19:15 führten die Gastgeber, als Jan Gorr erneut die grüne Karte auf den Kampfrichtertisch legte. Mitte der zweiten Hälfte hatte seine Mannschaft kopflos gewirkt. Die Worte des Trainers schienen angekommen zu sein, zwei Minuten später hatte Tobias Vavrne mit zwei Treffern sein Team wieder in Schlagdistanz gebracht.

Krechel hatte Glück, als Hildesheims Savvas mit einem Strafwurf nur die Latte traf. In der 55. Minute gelang Sebastian Weber der Anschlusstreffer, als er sich energisch am Kreis durchsetzte. Benedikt Kellner fand danach seinen Meister in Hildesheims Keeper Lefan, als er frei von Außen scheiterte. Längst hatte die Begegnung an Intensität zugenommen.

Hochspannung herrschte in den hart umkämpften Schlussminuten, in denen die Coburger in doppelter Unterzahl agieren mussten, nachdem Weber und Hagelin Zeitstrafen kassiert hatten. Dieses Handicap konnte die eh schon verunsichert wirkende Mannschaft nicht kompensieren, Hildesheims Savvas sorgte mit dem 22:20 für die Entscheidung und den Heimsieg der Hildesheimer in der laufenden Saison.

Stimmen zum Spiel:

Gerald Oberbeck (Trainer Eintracht Hildesheim): „Wir wussten, dass wir nur über den Kampf ins Spiel finden können. In der ersten Halbzeit haben wir noch dumme Fehler gemacht. Das haben wir in der zweiten Halbzeit mit noch mehr Kampf dann besser gemacht. Nach diesem Sieg sind wir wieder in der Spur, auch wenn wir einige Spiele dumm verloren haben.“

Jan Gorr (Trainer HSC Coburg): “ Glückwunsch an meinen Kollegen und seine Mannschaft. Wir waren uns im Klaren, dass wir auf eine kämpferische Hildesheimer Mannschaft treffen. Wir haben in der Abwehr ordentlich gespielt, im Angriff aber keine Linie gefunden. Viele Einzelaktionen haben nicht zum Erfolg geführt. Der Hildesheimer Sieg geht voll in Ordnung.“

Oliver Krechel HSC-Torwart): „Wir haben das in der ersten Halbzeit zeitweise gar nicht schlecht gemacht. Aber was dann los war, weiß ich auch nicht. Es ist unglaublich, dass wir wieder zwei Punkte abgeben und diese Riesenchance nicht nutzen, um oben wieder anzuklopfen nachdem die anderen gepatzt haben. Aber wir müssen jetzt nach vorne schauen und hoffen, dass die Verletzten schnell wieder da sind und analysieren, was wir besser machen können“.

Dominik Kelm (HSC-Kreisläufer): „Wir haben eine grottenschlechte zweite Halbzeit gespielt. Die erste war ja noch in Ordnung, aber dann machen wir noch acht Tore und verlieren dieses Spiel eindeutig im Angriff. Das war ganz, ganz schwach heute“.

Eintracht Hildesheim – HSC Coburg 22:20 (12:10)

Eintracht Hildesheim: Paul Jannis Twarz, Jakub Lefan – Lukas Schieb (1), Andreas Simon, Jakob Nelson, Robin John (3/2), Chris Meiser (1), Maurice Lungela (3), Dimitri Ignatow, Nikolaos Tzoufras (7), Fynn Wiebe, Dennis Weit (1), Lothar von Hermanni (1), Fin Backs, Adam Papadopoulos, Savvas Savvas (5/1).

HSC 2000 Coburg: Oliver Krechel, Patryk Foluszny – Markus Hagelin, Lukas Wucherpfennig, Felix Spross, Dominic Kelm, Sebastian Weber (1), Stephan Lex (2), Benedikt Kellner, Florian Billek (9/4), Jakob Knauer, Tobias Varvne (5), Romas Kirveliavicius (3).

SR: Manuel Borchardt und Lukas Grude. – Zuschauer: 1210.

Siebenmeter: 3/2 (Savvas Unterkante Latte) – 5/4 (Billek scheitert an Twarz).
Zeitstrafen: Eintracht 5 (Simon, Savvas, 2 x Meiser, Lungela – HSC Coburg 3 (Knauer, Hagelin, Weber).

Spielfilm: 0:1, 1:1, 4:3, 4:4 (10.), 5:4, 5:5, 6:5, 6:6, 7:6 (15.), 8:6, 9:8 (Auszeit Eintracht/22.), 9:9, 9:10, 10:10, 10:11 (Auszeit HSC/30.), 10:12 (Hz.), 10:13, 11:13, 12:13 (35.), 12:14, 13:14, 14:14 (41.), 16:14 (Auszeit HSC/45.), 16:15, 18:15, 19:15 (Auszeit HSC/50.), 19:16, 19:17, 19:18 (Auszeit Eint./55.), 20:18, 20:19, 21:19, 21:20 (Auszeit Eintracht/60.), 22:20.

Bericht von Coburger Tageblatt (www.infranken.de)

Bilder von Henning Rosenbusch (http://www.henning-rosenbusch.de/)