Der nächste Gegner im Portrait

Die Historie

Es ist eine bemerkenswerte Erfolgsgeschichte, die im Enztal, nur wenige Kilometer vor den Toren Stuttgarts, seit 1997 geschrieben wird. Damals schlossen sich die Handballabteilungen des TSV 1848 Bietigheim und des TV  Metterzimmern 1899 zu einer Spielgemeinschaft zusammen (nach dem Beitritt der SpVgg Bissingen als dritter Verein firmiert die Spielgemeinschaft inzwischen unter dem Namen SG BBM Bietigheim). Zunächst war es die Männermannschaft, die mit fünf Aufstiegen in nur acht Jahren von der Landesliga bis in die 2. Bundesliga durchmarschierte und dort in den Folgejahren meist zu den Spitzenteams der Liga zählte. Der bislang größte Erfolg gelang dem Team dann in der Saison 2013/14 mit dem Aufstieg in die „stärkste Liga der Welt“, auch wenn dieses Gastspiel nach nur einer Saison wieder zu Ende war. Auch in der vergangenen Spielzeit mischte die SG BBM im Rennen um einen der drei Aufstiegsplätze bis zum letzten Spieltag kräftig mit, musste sich am Ende aber mit Rang 5 begnügen.

Längst schreibt aber auch die Damenmannschaft der SG fleißig mit an der Bietigheimer Erfolgsstory und hat in Sachen sportlicher Erfolg ihren männlichen Kollegen inzwischen sogar den Rang abgelaufen. Nach zwei 4. Plätzen in den beiden Vorjahren gelang den Ladies in der letzten Saison der ganz große Wurf: Mit sage und schreibe 52:0 Punkten wurde das Team souverän Deutscher Meister. Auch in der aktuellen Spielzeit mischt das Team wieder kräftig im Titelkampf mit.

Das Personal

Trotz einiger personeller Veränderungen vor der Saison – vier Abgängen standen fünf Neuzugänge gegenüber – verfügt die SG BBM Bietigheim auch in dieser Spielzeit über einen homogenen und auf allen Positionen doppelt gut besetzten Kader, der zudem bislang von Verletzungsproblemen verschont blieb. „Man sieht, dass wir als Mannschaft funktionieren, die Spieler sich in unserem Spielsystem sehr gut zurechtfinden und sich sehr, sehr gut ergänzen.“ (Trainer Hartmut Mayerhoffer)

Als Nachfolger des in seine isländische Heimat zurückgekehrten Torhüters Aron Rafn Eðvarðsson wurde der 31jährige Jürgen Müller verpflichtet, der über reichlich Bundesliga – Erfahrung unter anderem in Balingen, Hamburg, Magdeburg und Bittenfeld verfügt. Zudem bescheinigen die Verantwortlichen dessen Torhüter – Kollegen Domenico Ebner in den letzten Monaten eine rasante Entwicklung: „Das ist kein Zufall – er ist ehrgeizig, unheimlich trainingsfleißig, wissbegierig und hat den stetigen Willen, immer besser werden zu wollen.“ (Hartmut Mayerhoffer). Dank seiner hervorragenden Leistungen in der Hinrunde wurde der 23jährige inzwischen in die italienische Nationalmannschaft berufen.

Sehr stark besetzt ist auch der Bietigheimer Rückraum. Mit der Verpflichtung von Spielmacher Felix König gelang der SG ein echter Transfercoup. Der Junioren – Weltmeister von 2011 spielte seit der Jugend insgesamt 22 Jahre lang für HBW Balingen – Weilstetten und suchte eine neue sportliche Herausforderung. Mit dem litauischen Nationalspieler Gerdas Babarskas, im letzten Jahr erfolgreichster Torjäger der SG, und Valentin Schmidt stehen zwei weitere starke Spielmacher im Kader. Im linken Rückraum bilden der erfahrene Robin Haller und Paco Barthe ein torgefährliches Gespann. „Jugend forscht“ heißt es dagegen im rechten Rückraum. Der 23jährige Max Emanuel war mit der deutschen Junioren – Auswahl 2012 und 2014 Europameister geworden und hat sich inzwischen auch bei der SG zu einem absoluten Leistungsträger entwickelt. Der 21jährige Dominik Claus, Neuzugang von der TSG Friesenheim, gilt ebenfalls als großes Talent und scheint nach überstandener Knieverletzung inzwischen längst wieder auf einem guten  Weg zurück zu alter Stärke.

Die Nummer 1 auf Rechtsaußen ist auch in dieser Spielzeit „Mr. Zuverlässig“ Christian Schäfer, der bereits seit 2007 das Trikot der Bietigheimer trägt. Mit Jan Döll steht hier zudem eine gute Alternative parat. Den Abgang von Linksaußen Jonathan Scholz konnte man mit der Verpflichtung von Martin Marčec bestens kompensieren. Der 25jährige Kroate spielte zuletzt für den mazedonischen Spitzenklub HC Metalurg Skopje und bildet nunmehr zusammen mit Eigengewächs Jan Asmuth ein optimales Gespann. Eine überaus starke Saison spielt bislang auch Kreisläufer und Mannschaftskapitän Patrick Rentschler, der als Abwehrchef und  in der Offensive gleichermaßen überzeugt. Unterstützung erhält er in dieser Saison von Neuzugang Panagiotis Erifopoulos.

 Der Trainer

Hartmut Mayerhoffer, geboren am 26. Juli 1969, begann erst im Alter von 13 Jahren mit dem Sport. Bis zur A – Jugend spielte er bei der DJK Augsburg Hochzoll und anschließend noch ein Jahr beim TSV Milbertshofen. 1988 wechselte er zum damaligen Zweitligisten VfL Günzburg. Von 1996 bis 2007 war er für den TSV Aichach aktiv, zunächst als Spieler, dann als Spielertrainer und zuletzt als verantwortlicher Trainer. Nach einem kurzen Intermezzo bei der HSG Langenau/Elchingen wechselte er 2009 zum Drittligisten TSV Friedberg. Mit seinem Amtsantritt zur Saison 2013/14 begann die erfolgreichste Zeit in der Geschichte der SG BBM Bietigheim. Nach Ende dieser Spielzeit wird er die SG verlassen und eine neue sportliche Herausforderung annehmen. 

Bericht von Gerd Nußpickel