HSC entscheidet Krimi in Eisenach für sich

Die Coburger setzten sich am Freitagabend in einem rassigen Nachbarduell mit 29:27 beim ThSV Eisenach durch.

Wichtiger Auswärtserfolg für den HSC 2000 Coburg in Eisenach: Die 1812 Zuschauer erlebten ein ungewöhnliches Spiel, indem beide Teams eine Siegchance hatten, die HSCler aber mit 29:27 als Sieger die Halle verließen. „Am Ende war der 6:0-Start fast eine Hypothek“, resümierte HSC-Vorstandssprecher Stefan Apfel.

ThSV Eisenach – HSC 2000 Coburg 27:29 (13:16)

Der ThSV Eisenach konnte personell aus dem Vollen schöpfen, beim HSC 2000 Coburg mussten Jan Kulhanek, Philipp Barsties, Tom Wetzel, Girts Lilienfelds, Marko Neloski und Petr Linhart ersetzt werden. Es entwickelte sich ein rassiges thüringisch-fränkisches Derby zwischen zwei Teams, die hinter den Erwartungen ihrer Anhängerschaft, aber auch hinter den eigenen hinterherhinken.

Mit einer 5:1-Deckung begannen die Gastgeber, aber die furios startenden Coburger ließen sich nicht aus dem Konzept bringen. Sechs Treffer legten sie mit dynamischer Spielweise vor, gegründet auf eine hellwache Abwehr. Die Würfe der Gastgeber gingen am Tor vorbei oder wurden eine Beute von Oliver Krechel.

Erst nach neun Minuten gab es den ersten Fehlwurf auf HSC-Seite, im Gegenzug den ersten Gegentreffer. Jetzt war der ThSV im Spiel. Doch die Präsenz der Coburger auf dem Spielfeld war eine ganz andere als noch letzte Woche. Allerdings hielten sie den Gegner mit zwei vergebenen Strafwürfen und zwei Fehlpässen, die zu Kontertoren führten, im Spiel.

Emotionen gab es genug, nach 20 Minuten flog eine Klatschpappe aufs Spielfeld, weil die ThSV-Fans mit einer Schiedsrichterentscheidung nicht einverstanden waren. Doch auch aufgrund dieser Emotionen lebte der ThSV auf, kam Tor um Tor näher. Als es nur noch zwei Treffer waren, nahm Jan Gorr die Auszeit. Die Partie war aber wieder offen. Nach dem 11:12 befreite sich der HSC wieder etwas, doch jeder Fehler der einen Seite wurde von der anderen Seite bestraft. Etwas schlafmützig agierte die Coburger Deckung kurz vor dem Pausenpfiff und kassierte noch einen Strafwurf.

Spätestens jetzt war es ein Spiel auf Augenhöhe, in dem die Coburger zumindest den Pausenabstand verteidigten. In der Abwehr standen sie bis auf die Szene kurz vor der Pause gut, allerdings hatten die Eisenacher einen Vorteil auf den Außenpositionen, wo der ThSV auch aus den unmöglichsten Winkeln traf. Hinten standen die Thüringer nun deutlich besser, agierten nicht mehr offensiv und zwangen so die Coburger immer wieder ins Zeitspiel.

Ex-Coburger dreht auf

Als die Eisenacher den direkten Anschluss geschafft hatten, stand die Halle Kopf, erst recht nach einem unberechtigten Strafwurf zum 21:21, dem ein Stürmerfoul vorausgegangen war. Immer mehr wurde der Ex-Coburger Matthias Gerlich zum Dreh- und Angelpunkt, bis die dritte Zeitstrafe ihn stoppte. Spätestens jetzt war es ein Kampf mit offenem Visier, wobei der ThSV sehr viel Übersicht zeigte und das Momentum immer mehr auf seiner Seite war.

Die Gastgeber hatten mehr Wechselmöglichkeiten und leisteten sich weniger Fehler, verpassten aber zehn Minuten vor dem Abpfiff die Führung bei einem Konter. Der HSC indes musste sich in dieser Phase auf die Treffsicherheit von Till Riehn bei Strafwürfen verlassen. Doch am Ende haben sich die Coburger durchgebissen und die zwei eminent wichtigen Zähler mitgenommen.

Stimme zum Spiel

Jan Gorr (Trainer HSC 2000 Coburg): „Es war extrem umkämpft und beide Teams hatten die Option, es für sich zu entscheiden. Wir hatten einen Start, der viel besser war, als wir uns vorgestellt hatten. Till Riehn hat wieder einmal seine Flexibilität bewiesen.“

ThSV Eisenach – HSC 2000 Coburg 27:29 (13:16)

HSC 2000 Coburg: Patryk Foluszny, Oliver Krechel; Markus Hagelin, Lukas Wucherpfennig, Felix Sproß, Dominic Kelm, Sebastian Weber (3), Stefan Lex (7), Benedikt Kellner, Florian Billek (6/1), Till Riehn (6/5), Jakob Knauer, Tobias Varvne (4), Romas Kirveliavicius (3)
Trainer: Jan Gorr

ThSV Eisenach: Stanislaw Gorobtschuk, Jan Steffen Redwitz; Hannes Iffert, Adrian Wöhler (7), Ibai Meoki-Etxebeste (1), Daniel Luther (3/2), Matthias Gerlich (7/3), Duje Miljak (1), Marcel Schliedermann, Jonas Richardt, Luca-Max Baur, Noah Streckhardt, Marcel Popa, Justin Mürköster (4), Willy Weyhrauch (2), Alexander Saul (2)
Trainer: Christoph Jauernik

Schiedsrichter: Thomas Kern/Thorsten Kuschel

Spielfilm: 0:6 (7.), 1:6 (9.), 4:8 (12.), 5:9 (15.), 7:12 (20.), 11:12 (24.), 11:13 (25.), 11:15 (27.), 13:16 – 15:18 (34.), 18:19 (40.), 19:21 (43.), 24:24 (50.), 24:25 (51.), 26:27 (50.), 27:29

Zuschauer: 1812 in der Werner-Aßmann-Halle

Strafminuten: 8 (Schliedermann, Gerlich 3) – 4 (Hagelin, Kirveliavicius)

Beste Spieler: Wöhler, Mürköster- Varvne, Lex

Bericht von Ralph Bilek
Bilder von Henning Rosenbusch (www.henning-rosenbusch.de)